Prof.Dr.Ruth Lapide in Wuppertal und Düsseldorf

In ökumenischer Zusammenarbeit kamen zwei Vorträge von Ruth Lapide zustande: "Jüdische Wurzeln von Eucharistie und Abendmahl", Montag, 19.Mai 2008, 19.30 Uhr Evangelisch-Reformierte Gemeinde, Kurfürstenstraße 13, 42369 Wuppertal-Ronsdorf; sowie "Zehn Gebote oder Zehn Angebote. Die Worte vom Sinai", Dienstag, 20.Mai 2008, 19.30 Uhr Alt-Katholische Thomaskirche, Steubenstraße 13, 40599 Düsseldorf.

Prof.Dr. Ruth Lapide ist jüdische Theologin und Historikerin. Nach dem Tod ihres Mannes Pinchas Lapide im Jahr 1997 begann sie einen eigenen Weg als Autorin, Lehrbeauftragte der Evangelischen Fachhochschule in Nürnberg und wurde bekannt durch zahlreiche Interviews über biblische Gestalten beim Bayerischen Rundfunk (BR-alpha).

Die aus Franken Gebürtige studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem Politologie, Geschichte und Judaistik mit dem Schwerpunkt der Entstehung des Christentums innerhalb des Judentums. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem jüdischen Theologen Pinchas Lapide, setzte sie sich intensiv für die Versöhnung von Juden und Christen, für die Verständigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel und für die Annäherung der drei großen monotheistischen Religionen ein.

aus: Peter Rosien in PUBLIK-FORUM Zeitung kritischer Christen, Nr. 15, 15. August 2003:
In ihrer Arbeit verfolgt Lapide vier große Ziele:
1. Sie will zeigen, dass jedweder Antijudaismus in der christlichen Theologie und in den Kirchen gegen den Geist des Jesus von Nazaret verstößt, aus dessen Worten, Taten und Kreuzestod also keinesfalls zu begründen ist.
2. Sie will deutlich machen, dass die christliche Aneignung der jüdischen Tradition oft den Charakter einer Enteignung hat.
3. Sie will erreichen, dass Christen das jüdische Selbstverständnis ernst nehmen und in Debatten darüber jüdische Theologen hinzuziehen.
4. Sie will im Dialog eine Annäherung zwischen Juden und Christen herbeiführen, und Gemeinsames herausstellen, nachdem man über Jahrhunderte hin nur das Trennende betont hat.
Die beiden Abende in Wuppertal und Düsseldorf versprechen auf diesem Hintergrund nicht nur die Begegnung mit der faszinierenden Persönlichkeit einer engagierten jüdischen Theologin, sondern darüber hinaus die Auseinandersetzung mit der eigenen christlichen Identität aus den Wurzeln des ersten und des zweiten Testamentes.

ViSdP und nähere Informationen:
Andreas Hoffmann, 02131/3693203 und hm.neuss@googlemail.com