40 Jahre Waldkrippe in Steinforth-Rubbelrath

40 Jahre Waldkrippe in Steinforth-Rubbelrath
Seit 40 Jahren gibt es die „Waldkrippe“ in der Filialkirche St. Josef in Steinforth-Rubbelrath. Peter Adamek verdanken wir den Einblick in ein kleines privates Archiv, durch den die Entstehungsgeschichte dieser Krippe veröffentlicht wird:
 
In einem kleinen, privaten Archiv, befinden sich Berichte, in denen anschaulich erklärt wurde, wie es vor 40 Jahren zur Anschaffung einer neuen Krippe für St. Josef kam: 
 
Die Krippe in der Filialkirche in Steinforth-Rubbelrath fristete seit Jahren ein bedauernswertes Dasein im Kirchenvorraum. Die Gipsfiguren zeigten Beschädigungen, die Aufbauten waren verschlissen. Deshalb entschlossen sich 1978 Mitglieder des Kirchenchors, sich der Krippe anzunehmen. Sie reparierten die Figuren und überarbeiteten sie farblich. Vor allem sei zu erwähnen, dass der Standort vom Vorraum wieder im Sakralbereich der Kirche angesiedelt werden sollte, um verstärkt auf den mystischen und realen Charakter (Krippe und Tabernakel in einem Raum) des Weihnachtsfestes hinzuweisen. 
 
In den nächsten Monaten sammelten die Chormitglieder tatkräftig Kapital für die Beschaffung neuer Krippenfiguren. Die Kirchengemeinde, der Chor und die Chormitglieder, sowie viele Bürger aus Steinforth und Rubbelrath stellten zum Schluss 1.190,00 DM zur Verfügung, so dass der Auftrag zum Schnitzen neuer Holzfiguren vergeben werden konnte. 
 
Beauftragt mit der Anfertigung der Krippenfiguren wurde der im Ort ansässige Landwirt Willi Blankertz, der in der Kriegsgefangenschaft in England sein Talent zum Schnitzen entdeckt hatte und, wie er gerne später erzählte, mit einem kleinen, einfachen Küchenmesser angefangen hatte. Herr Blankertz war reiner Autodidakt und hat in den Nachkriegsjahren sein Können so vervollkommnet, dass er später einige Jahre an der Volkshochschule in Gustorf als Dozent für Holzarbeiten aktiv war. Wer die Möglichkeit hat, sein Schaffen auch heute noch bei seinem Sohn Mathias bewundern zu können, wird schnell erkennen, was für ein Talent in ihm steckte. Alle Proportionen stimmen, die Gesichter haben „Persönlichkeit“ und selbstverständlich hat er die Natur des Holzes und seine Maserung bei jedem seiner Werke berücksichtigt. 
 
Es wurden 1979 angefertigt: die Heilige Familie, drei Könige und ein Hirte. Die Figuren wurden damals gekonnt und qualitativ hochwertig eingekleidet, von der heute noch unter uns weilenden Frau Maria Wilms, die es sich auch in all den Jahren nicht nehmen ließ, beim jährlichen Aufbau der Krippe tatkräftig mitzuhelfen. Weitere Helfer waren jahrelang die leider inzwischen verstorbenen, Franz-Josef Hoff und Willi Faßbender. 
 
Schon das Weihnachtsfest 1979 bescherte den Steinfort-Rubbelrather Gläubigen eine neue Krippe, die großen Anklang fand. 1980 ermöglichte eine Spende die Erweiterung des Figurenbestandes um zwei Hirten und ein Schaf; 1981 kam ein weiteres Schaf dazu. Da die Krippe von Februar bis November 1981 für die Krippana – Internationale Krippenausstellung in Höfen/Eifel – vorgesehen war, wurde noch ein Krippenstall geschaffen, der sowohl bei der Ausstellung als auch im nächsten Jahr in der Kirche aufgestellt werden konnte. 
 
Heute symbolisiert die volkstümliche „Waldkrippe“ in schlichter Weise das Weihnachtsgeheimnis. Die Anlage wurde so gestaltet, dass Kinder auch einmal die Figuren anfassen können, d.h. dass Weihnachten auch ein „greifbares“ Erlebnis werden kann. Somit wird die „Waldkrippe“ in Steinforth-Rubbelrath dieses Jahr zum 40. Mal von Mathias Blankertz und seinen Helfern in St. Josef aufgebaut.