Bistumshaushalt: Solide Finanzen, risikoreiche Zeit

Bistumshaushalt: Solide Finanzen, risikoreiche Zeit
Die anhaltende Finanz- und Eurokrise birgt auch für die Kirchenfinanzen einige Unwägbarkeiten. „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld betrachte ich auch im Blick auf die Kirchensteuer-Entwicklung mit Sorge“, sagte Hermann J. Schon, Finanzdirektor des Erzbistums Köln am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Die Abhängigkeit der Kirchensteuer als Haupteinnahmequelle des Erzbistums von der Lohn- und Einkommensteuer bedeute auch eine Abhängigkeit von der aktuellen Arbeitsmarktlage. Bisher sein die deutsche Wirtschaft von der Krise weitgehend verschont geblieben.

Es gebe aber Anzeichen eines Wandels. Zudem sei die Eurokrise noch längst nicht ausgestanden und werde sicher noch eine Zeitlang andauern. „Die maroden Staatsfinanzen von Griechenland, Spanien oder Italien sind trotz der großen Anstrengungen und Milliardenbeträge nicht von heute auf morgen zu sanieren“, so Schon. Der Finanzdirektor stellte in Köln eine aktuelle Broschüre über die Bistumsfinanzen vor. Wie im vergangenen Jahr dokumentiert das Erzbistum damit seine Einnahmen und Ausgaben und erläutert an Beispielen die Verwendung der eingesetzten Mittel. Daneben ist ein Informationsfaltblatt erhältlich, das in Zahlen und Daten einen Überblick über die Finanzen des Erzbistums Köln gibt.

Der Wirtschaftsplan des Erzbistums Köln für das laufende Jahr 2012 hat einen Umfang von 938,6 (2011: 927,5) Mio. Euro. Aus den Kirchensteuern fließen dem Erzbistum 474,5 (484) Mio. Euro zu; sie bilden damit die wichtigste Einnahmequelle. Hinzu kommen 134,8 (136,2) Mio. Euro an Zuschüssen vor allem für den Betrieb der katholischen Schulen sowie 86,2 (85,5) Mio. Euro an sonstigen Erträgen. Bei den Ausgaben fließen mit 296,3 (303,9) Mio. Euro die meisten Mittel in die Seelsorge, das sind 53 Prozent der Kirchensteuern. Im einzelnen sind für die gemeindliche Seelsorge 234,9 (232,5) Mio. Euro und für die kategoriale, zielgruppenspezifische Seelsorge 41,4 (35,4) Mio. Euro veranschlagt. Der Bildungsbereich hat einen Finanzbedarf von 59,7 (53,1) Mio. Euro, die Caritas 46,9 (46) Mio. Euro. Die Personalkosten ergeben einen Betrag von 282,4 (275) Mio. Euro.

Quelle und weitere Informationen: www.erzbistum-koeln.de