Dekanate im Rhein-Kreis Neuss werden neu geordnet

Dekanate im Rhein-Kreis Neuss werden neu geordnet
Die älteren Priester denken gerne zurück an die Zeit, als die Pastöre sich wöchentlich an einem Abend im Pfarrhaus eines Dekanates zum Gedankenaustausch trafen. Hier wurde erzählt, hier wurden gemeinsame Wege in der Pastoral besprochen. Sicher wurde auch mal ein Glas Wein getrunken und eine Zigarre geraucht.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Zahl der Priester ist merklich zurückgegangen, neue kirchliche Berufe sind dazu gekommen, aber auch die Zahl der aktiven Gläubigen ging zurück. War das Dekanat über Jahrzehnte ein Zusammenschluss einzelner katholischer Pfarrgemeinden, also nach der Pfarrgemeinde, die jeweils ihren Pastor für sich alleine hatte, die nächste Größe, so ist doch seit 30 Jahren ein Wandel zu beobachten.

Seit nun mehr mindestens 15 Jahren schließen sich benachbarte Pfarrgemeinden zu Gemeinschaften zusammen. Priester und Gemeinde schauen gemeinsam über den eigenen Kirchturm und nehmen die Menschen eines Lebensraumes gemeinsam in den Blick. Gemeinschaft macht stark, auch im Glauben.

Insofern haben die Dekanate ihre ursprüngliche Bedeutung teilweise abgegeben an die Seelsorgebereiche. Um dem Rechnung zu tragen, wurde nun im Kreisdekanat des Rhein-Kreises Neuss die Zusammenlegung der Dekanate beschlossen. Zum 1.11.2008 wird Kardinal Meisner, nach Beratung im Priesterrat des Erzbistums, mit den Dechanten im Kreisdekanat Neuss und den gewählten Laiengremien vor Ort die Dekanate Neuss-Nord und Neuss-Süd zusammen legen zum neuen Dekanat Neuss/Kaarst. Dazu gehören, wie bisher alle Pfarreien in Neuss und Kaarst, sowie Meerbusch-Büderich und Korschenbroich - Glehn. Die beiden Dekanate Dormagen und Grevenbroich mit Rommerskirchen werden zusammengelegt zum Dekanat Grevenbroich/Dormagen.

Die Dekanate sind pastorale Größen, also bedeutet diese Neuordnung nicht die Auflösung von Kirchengemeinden oder anderer Strukturen. Dem Dekanat steht ein Priester als Dechant vor, der von allen Priestern des Dekanates gewählt und vom Erzbischof für 6 Jahre ernannt wird. Ihm zur Seite gibt es den stellvertretenden Dechanten, den Definitor. Die einzelnen Pfarrgemeinderäte und katholischen Verbände entsenden Vertreter in den Dekanatsrat. Im neuen Dekanat Neuss/Kaarst gibt es schon seit vielen Jahren ein gemeinsames Gremium der Laien, die hier schon seit langem den Vorteil der Zusammenarbeit gesehen haben. Zurzeit wird überlegt, für das ganze Kreisdekanat Rhein-Kreis Neuss ein gemeinsames Laiengremium zu wählen. Alle bisherigen Dekanatsräte, aus deren Reihen der Vorschlag kam, haben dem zugestimmt und freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Zum Kreisdekanat Rhein-Kreis Neuss gehören rund 186.000 Katholiken in 52 Pfarrgemeinden. Msgr. Guido Assmann ist seit 1.8.2007 Kreisdechant. Ihm zur Seite stehen zurzeit die Dechanten Msgr. Josef Brans, Herbert Ullmann und Msgr. Franz – Josef Freericks.

Kreisdechant Msgr. Assmann
Oberpfarrer am Quirinusmünster zu Neuss