Dialogprozess im Rhein-Kreis Neuss startet

Im Landestheater werden die Zukunftsfragen der Kirche diskutiert.
Im Landestheater werden die Zukunftsfragen der Kirche diskutiert.
Der Dialogprozess in der katholischen Kirche nimmt jetzt auch im Rhein-Kreis Neuss konkrete Formen an. Der Kreiskatholikenrat unter dem Vorsitz von Cornel Hüsch und Kreisdechant Monsignore Guido Assmann planen eine Großveranstaltung als Auftakt der Gespräche.
 
„Wir müssen die Kirche mit wirklichem karitativen, seelsorgerischen und liturgischen Leben füllen. Dies ist Aufgabe für uns alle und nicht nur Aufgabe der Priester. Vielmehr sind hier aktive und kreative Gemeinden und Verbände gefordert“, sind Hüsch und seine Mitstreiter vom Kreiskatholikenrat überzeugt. Das Gremium vertritt rund 170.000 Katholiken in den Dekanaten Neuss/Kaarst und Grevenbroich/Dormagen. 

„Brannte nicht unser Herz?“, ein Wort aus dem Lukas-Evangelium, steht über dem „Dialog zu Zukunftsfragen der katholischen Kirche“, der am Samstag, 28. April, von 10.30 bis 16.30 Uhr im Foyer des Rheinischen Landestheaters an der Oberstraße in Neuss vorgesehen ist. Das brennende Herz empfanden die Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus mit Christus über ihren Glauben und ihre Zweifel gesprochen hatten. 

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte die Katholiken aufgerufen, sich miteinander über die Grundlagen des Glaubens zu vergewissern und über die Zukunft der Kirche in einen Dialog einzutreten. Und dies soll auch auf Ortsebene geschehen. Es geht um drei Fragen: „Welche Entwicklungen und Herausforderungen prägen unsere aktuelle Situation heute?“, „Was brauchen wir für die Zukunft?“ und „Welche Ziele und Impulse sollen unser Handeln in der Kirche in Zukunft bestimmen?“ Alle Interessierten sind eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. 

„Bei aller Notwendigkeit von Strukturdebatten dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren: Unser Mittelpunkt ist die Eucharistie, die Kirche, um die sich die Gemeinde sammelt. Es ist dabei die Lebenswirklichkeit und Lebensörtlichkeit der Menschen, die die Sehnsucht entstehen lässt. Diese Sehnsucht ist nur vor Ort zu stillen und nicht in großen Strukturen“, sagt Hüsch. Man dürfe nicht in eine Gleichmacherei verfallen, bei denen alle Gläubigen mit gleichartigen Angeboten einen einheitlichen Service der Kirche erwarten könnten. „Vielmehr sind Individualität, Herzlichkeit und Offenheit jedem einzelnen Menschen gegenüber angezeigt“, so Hüsch. Wie das geschehen kann, soll im Landestheater erörtert werden.
 
Anmeldungen sind möglich per Fax an die Nummer (0 21 31) 40 26 893 oder per E-Mail an die Adresse info@katholisch-in-neuss.de.