„Dienst an der Seelsorge in den Gemeinden“

Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp
Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp
Interview mit Generalvikar Schwaderlapp über die Neuordnung der Seelsorgebereiche

PEK (070718) - Eine langfristig zukunftsfähige Struktur für die Seelsorge hat Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp den Gemeinden im Erzbistum Köln in Aussicht gestellt. Die eingeleitete Neuordnung der Kooperation in den Seelsorgebereichen werde „bis etwa 2020, im günstigen Fall sogar bis 2025“ tragen. Dies sagte Generalvikar Schwaderlapp in einem Interview, das in der nächsten Ausgabe der Kölner Kirchenzeitung am 20. Juli erscheint.

Zentrale Vorgabe des Strukturprojekts ist es, die Zahl der Seelsorgebereiche im Erzbistum Köln von jetzt 221 auf etwa 180 zu reduzieren. Das Generalvikariat arbeitet dazu momentan Vorschläge aus. Die Notwendigkeit dazu ergebe sich nicht nur aus dem sich verschärfenden Priestermangel, erklärte Generalvikar Schwaderlapp, der in zehn Jahren mit etwa einem Drittel weniger Priestern rechnet. Es gehe auch darum, die übrigen Mitarbeiter in der Seelsorge sowie die ehrenamtlich tätigen Gemeindemitglieder von Gremien- und Verwaltungsarbeit zu entlasten und „Freiräume für neue Aufgaben“ zu schaffen. Damit reagiere das Erzbistum auf Bitten aus den Gemeinden, wo die derzeitigen Strukturen zunehmend als zeitraubend und einengend empfunden würden, so Generalvikar Schwaderlapp.

Zurzeit laufen auf Erzbistumsebene die Beratungen über die Fragen: Soll der Erzbischof die Fusion von Pfarreien in den Seelsorgebereichen generell vorgeben, wie dies in anderen deutschen Bistümern bereits geschehen ist? Oder soll eine Wahlmöglichkeit zwischen Fusion und der so genannten Pfarreiengemeinschaft bestehen bleiben? Im letzteren Fall bleiben die beteiligten Pfarreien selbstständig, bilden aber einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat. Im März hatte sich bereits der Priesterrat des Erzbistums für die Beibehaltung der Wahlmöglichkeit ausgesprochen. Bis zum Herbst sollen auch die Voten des Diözesanrats und des Diözesanpastoralrats vorliegen. Dass dabei die Überlegungen aus den Gemeinden Berücksichtigung finden, hält Generalvikar Schwaderlapp für gewährleistet. Schließlich hätten die Beratungsgremien auf Erzbistumsebene den kirchlichen Strukturen entsprechend „ihre je eigene Rückbindung bis in die Gemeinden“. Auf der Basis der Voten werde Kardinal Joachim Meisner im Herbst entscheiden. Generalvikar Schwaderlapp betonte: „Unser Erzbischof geht den Weg der Beratung, natürlich im Bewusstsein, dass er am Schluss die Entscheidung zu fällen hat.“

Für die anschließende Umsetzung werde man sich nur „bis spätestens 2011“ Zeit lassen, sagte Generalvikar Schwaderlapp. Auch dies geschehe auf Wunsch der Gemeinden. „Immer wieder wurde der Erzbischof gebeten, das Bistum nicht in jahrelange Strukturdebatten zu stürzen, sondern zügig zu entscheiden und für eine schnelle Umsetzung zu sorgen. Beides werden wir mit Gottes Hilfe tun.“ Das Ziel sei nicht, sich dauernd mit Strukturfragen zu beschäftigen, sondern der Seelsorge in den Gemeinden zu dienen.

Generalvikar Schwaderlapp erinnerte daran, dass das Leben im Erzbistum Köln „etwas höchst Dynamisches“ sei. Darum müsse man sich immer wieder darauf einstellen, „dass sich unsere Ortskirche verändert in die eine oder andere Richtung“. Er sei aber zuversichtlich, „dass wir jetzt eine Kooperationsstruktur aufbauen, die auf längere Sicht zukunftsfähig ist“.