Diözesanrat berät über den Dialogprozess

Diözesanrat berät über den Dialogprozess
Der von den Bischöfen angestoßene Dialogprozess der Kirche stößt auf großes Interesse beim Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln. Bei der Vollversammlung, zu der sich die Laien am 28. Mai in Bensberg treffen, soll das Thema einen breiten Raum einnehmen.
 
„Der Vorstand wird vorschlagen, in den Dialogprozess einzusteigen. Und damit das nicht im luftleeren Raum geschieht, werden wir ein Impulspapier vorlegen“, so Christian Linker, der stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrats.  In dem Papier geht es um vier große Themenfelder. Innerdiözesane Fragen wie die Weiterentwicklung der Kirche im Erzbistum Köln stehen ebenso zur Debatte wie überdiözesane Themen wie etwa die Zulassungsbedingungen zum geistlichen Amt. Darüber hinaus geht es um „Das Wirken der Kirche in der Gesellschaft“, das heißt zum Beispiel um den Umgang mit Armut und Ungerechtigkeit. „Wir wollen aber auch eine Binnenschau betreiben und uns über die Arbeit der Räte und Verbände unterhalten“, so Linker. Überlegungen, wie das Laienapostolat der Zukunft aussieht, stehen in Bensberg also ebenso auf der Tagesordnung, wenn es um den Dialogprozess geht. 

Laut Linker „markiert der Prozess wichtige Punkte und zeugt von einer inhaltlichen Offenheit“. Es sei jedoch bislang nicht die Bereitschaft der Bischöfe zu erkennen, sich am Ende auf verbindliche Vereinbarungen mit Klerikern und Laien einzulassen. „Es ist gut, dass die Bischöfe für die Kommunikation innerhalb des Prozesses auch auf die bewährten Gremien des Laienapostolats setzen. Gerade deshalb aber darf ein solches Gespräch nicht nach vier Jahren mit dem Fazit enden: Gut, dass wir darüber gesprochen haben“, ist Linker überzeugt. 

Dessen unbeschadet müssen nach Auffassung des Diözesanrats auch Themen angesprochen werden können, deren Lösung nicht in der Verfügungsgewalt der deutschen Katholiken liegen – wie die Fragen nach der Rolle der Frau in der Kirche, dem Pflichtzölibat, der Mitbestimmung von Laien oder dem Umgang mit nichtehelichen Formen familiären Zusammenlebens. Wenn etwa in der „Petition Pro Ecclesia“ davon gesprochen werde, das Benennen dieser Themen würde der Kirche großen Schaden zufügen, und die Gläubigen würden dadurch getäuscht, verunsichert und in die Irre geführt, „dann ist das ganz sicher keine gute Gesprächsgrundlage“, so Linker. Der Diözesanrat unterstelle, dass alle, die sich an diesem Dialog beteiligen, dies aus dem Glauben heraus und aus Liebe zur Kirche täten. „Dass sich viele tausend ehrenamtlich engagierte Laien seit vielen Jahren in der Kirche einsetzen und dies teils auch im Widerstreit mit bestehenden Strukturen und Lehren tun, und dass sie dennoch immer wieder zum Engagement und zum Gespräch bereit sind – das ist an sich schon ein Ausdruck tiefer Spiritualität“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. Insofern werde es einem offenen, ehrlichen und ergebnisorientierten Dialog an der geistlichen Dimension nicht mangeln. „Zu diesem Dialog werden wir mit Foren und Workshops im Erzbistum Köln unseren Beitrag leisten“, versprechen Linker und seine Vorstandskollegen.