Diözesanrat will den Advent aufwerten

Advent an der Neusser Basilika St. Quirin. Foto: TZ
Advent an der Neusser Basilika St. Quirin. Foto: TZ
Der Advent ist in Gefahr. Von Glühweingeruch durchzogene Weihnachtsmärkte allerorten und zweifelhafte Angebote wie „Xmas-Shopping bis der Arzt kommt“ verdrängen Einkehr und Stille immer mehr. 

Stress und Hektik haben Einzug gehalten, und „Warten auf das Christkind“ bedeutet für viele Kinder nur noch „Warten auf den Geschenke-Berg“. Dabei stammt der Begriff „Advent" vom lateinischen „adventus“, und der bedeutet übersetzt „Ankunft" (Christi). Im fünften Jahrhundert wurde im Gebiet um Ravenna in Italien erstmals Advent gefeiert. Nun droht die einst so besinnliche Zeit in Vergessenheit zu geraten.
 
Dagegen möchte der Diözesanrat der Katholiken ein Zeichen setzen. Er unterstützt die vom Bund der Katholischen Jugend Deutschlands (BDKJ) in der Stadt Köln zum dritten Mal gestartete Aktion „Nikolaus komm’ in unser Haus“ mit einer eigenen Veranstaltung. Die Initiative für die Wiederentdeckung der Adventszeit gipfelt am Donnerstag, 9. Dezember, um 18.30 Uhr im Domforum in musikalisch umrahmten Impulsen von BDKJ und Bonifatiuswerk sowie einem Referat des renommierten Brauchtumsexperten Professor Dr. Manfred Becker-Huberti aus Grevenbroich. 

„Der Advent und das christliche Weihnachtsfest rücken immer mehr hinter den sich ausbreitenden Konsum zurück“, sagt Tobias Agreiter, Diözesanvorsitzender des BDKJ und Vorstandsmitglied des Diözesanrats in Personalunion. Dieser Entwicklung gelte es entgegenzuwirken. „Der Advent ist eigentlich eine Fastenzeit zur bewussten Vorbereitung auf das Kommen des Herrn“, so Agreiter. Aber dies stehe „im krassen Gegensatz zur Konsumgesellschaft mit ihren verkaufsoffenen Sonntagen“. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat sich die katholische Jugend kritisch mit dem Thema „Konsum“ auseinandergesetzt und den heiligen Nikolaus in den Vordergrund gerückt. Sie bestellt fair gehandelte Schokoladen-Nikoläuse und verkauft sie mittlerweile in weiten Teilen Deutschlands und sogar in Österreich und der Schweiz. Mit dem Erlös werden Hefte gedruckt, die Ideen und Erzählungen rund um St. Nikolaus für Gruppen- oder Schulstunden bieten.