Dormagen: Begeistertes Publikum feiert Talente der Jugendhilfeeinrichtung Raphaelshaus

Eine tolle Atmosphäre herrschte beim
Eine tolle Atmosphäre herrschte beim "Bunten Abend" in der katholischen Jugendhilfeeinrichtung Raphaelshaus in Dormagen.
Nach dem letztjährigen Erfolg veranstaltete das katholische Jugendhilfezentrum „Raphaelshaus“ in Dormagen wieder einen „Bunten Abend“ und einen „Bunten Nachmittag“. In zwei nahezu vollständig ausgebuchten Veranstaltungen entführte der Raphaelshaus-Chor seine Gäste auf eine musikalische Reise mit einem Mix aus deutschen und englischen Liedern.
 
Gekonnt vorgetragen wurde Bekanntes und Unbekanntes, darunter Stücke von Robbie Williams über Tim Bendzko bis hin zu modernen geistlichen Liedern. Eindrucksvoll stellten Sängerinnen und Sänger ihr zum Teil neu entdecktes Talent unter Beweis. Die Veranstaltungen waren der krönende „Abschluss“ und der Beweis eines erfolgreichen zweiten Jahres der neu begründeten musikpädagogischen Arbeit im Raphaelshaus.
 
Zwischen den Musikstücken gab es zudem „bunte Einschübe“, etwa eine Zirkusaufführung sowie „Zungenbrecher und lustige Sprüche“ am „Bunten Nachmittag“ und einen Film über den Kurt-Hahn-Pokal am „Bunten Abend“.
 
Bewusst waren auch die leisen Töne mit dabei. Die Otmar-Alt-Gruppe konfrontierte die Gäste mit der traurigen Geschichte von Rudi Euteneuer, einem jüdischen Jungen, der im Raphaelshaus gelebt hat und trotz der Bemühungen des damaligen Einrichtungsleiters im Konzentrationslager starb.
 
Marco Gillrath, Direktor des Raphaelshauses, nahm die tragische Geschichte des Hirtenjungen zum Anlass, den Gästen ein neues, für die politische Bildung der jüngeren Generation wichtiges Projekt zu präsentieren: In einer der auf dem Raphaelshaus-Gelände liegenden Bunkeranlagen soll eine Erinnerungsstätte entstehen, um die Mädchen und Jungen der Einrichtung, aber auch Schülerinnen und Schüler anderen Schulen über die Geschichte des Nationalsozialismus in Dormagen zu informieren. In der neubegründeten Erinnerungsstätte wird auch die Geschichte von Rudi Euteneuer ihren Platz finden.
 
Welche besonderen Talente in den Kindern und Jugendlichen des Raphaelshauses steckt, zeigte Gian Luca. Autodidaktisch und ausschließlich mit You-Tube-Tutorials brachte er sich das Klavierspielen bei und hatte in diesem Jahr den Mut, zwei Musikstücke zu präsentieren, was für alle Beteiligten und auch die Zuschauer ein sehr emotionaler Moment war.
 
„Ein ganz großer Dank gilt unserem Chorleiter Horst Herbertz – ein Goldstück für unsere Kinder und Jugendlichen“, formulierte Gillrath am Ende der Veranstaltung: „Was der in Dormagen bekannte Chorleiter aus unseren Mädchen und Jungen herausholt, ist Wahnsinn! Ich bin stolz auf die Kinder und Jugendlichen“. Zugleich bedankte Marco Gillrath sich bei den Gästen für Ihr Kommen und die damit gezeigte Wertschätzung der Arbeit.