Dormagener Erklärung der Religionen für ein friedliches Zusammenleben

Peter Stelten, Pfarrer an St. Michael, unterzeichnete die Erklärung der Religionen. Foto: TZ
Peter Stelten, Pfarrer an St. Michael, unterzeichnete die Erklärung der Religionen. Foto: TZ
Eine „Erklärung für ein friedliches und sicheres Zusammenleben in Dormagen“ haben die Vertreter der Religionsgemeinschaften in der Stadt unterzeichnet. Hintergrund ist die sexuelle Gewalt, die in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten gegen Frauen verübt wurde.
 
„Unser Rechtsstaat muss auf die Ereignisse reagieren und darf sich in Zukunft nicht mehr so wehrlos zeigen. Wir sind nicht blind gegenüber Problemen. Zu unserem Rechtsstaat gehört aber auch, keinen Menschen im Vorfeld zu verurteilen“, heißt es in der Resolution, die unterzeichnet wurde vom katholischen Pfarrer Peter Stelten, seinem evangelischen Amtskollegen Frank Picht, Dursun Pekdemir vom islamischen Religionsverein Ditib, Fiona Missaghian-Moghaddam von der Baháí-Gemeinde und Pastor Roger McCloy von den Baptisten.
 
„Auch bei uns in Dormagen haben viele Menschen nach diesen Ereignissen Angst. Dies ist verständlich. Allerdings darf das nicht dazu führen, dass wir Flüchtlingen künftig nur noch mit Vorbehalten begegnen und sie pauschal als Kriminelle verdächtigen“, heißt es.
 
Der Appell an die Bevölkerung fällt den auch eindeutig aus: „Lassen Sie uns in Dormagen deshalb bitte weiter an der offenen Begegnung mit Flüchtlingen festhalten. Unsere Stadt hat bisher überragende Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gezeigt. Die persönliche Begegnung ist immer wieder auch der beste Weg, um Ängste abzubauen. Wir fordern von den Zuwanderern die Bereitschaft zur Integration sowie die Achtung unserer Gesetze und unserer Kultur. Jeder, der in unserem Land lebt, muss die im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verankerten Grund- und Menschenrechte achten. Diese verfassungsmäßige Ordnung bildet seit 67 Jahren die Grundlage zu unseres gesellschaftlichen Wirkens und Handelns. Sie ist nicht verhandelbar. Dies gilt für Zuwanderer, aber auch für all jene Mitbürger, die jetzt Hass und Gewalt gegen Flüchtlinge schüren. Mit Geduld, Toleranz, Vorsicht und Achtsamkeit können wir das bürgerschaftliche Leben in Dormagen gestalten und Probleme meistern. Es liegt an uns allen.“