„Elvis-Pfarrer“ – Norbert Fink soll neuer Jugendseelsorger werden

© Kathrin Becker
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Norbert Fink soll demnächst neuer Jugendseelsorger für den Rhein-Kreis Neuss werden. Das wurde jetzt bei der Stadtversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bekannt. Die offizielle Ernennung durch den Erzbischof steht allerdings noch aus. Vor drei Monaten erst war Markus Schröder als Jugendpfarrer suspendiert worden (katholisch-im-rhein-kreis-neuss.de berichtete).
 
Fink, Jahrgang 1975, stammt aus Polen und studierte nach seiner Jugendzeit im Bergischen Land Theologie an der Universität Bonn. Seine anstehende Ernennung für den Rhein-Kreis Neuss ist für den Priester die Rückkehr an einen besonderen Ort: 2002 wurde er in der Neusser Marienkirche zum Diakon geweiht. Ein Jahr später folgte die Priesterweihe. Danach wurde Fink Kaplan in Düsseldorf. Seit 2007 ist der Geistliche Jugendseelsorger im Oberbergischen Kreis, zurzeit außerdem Pfarrverweser im Seelsorgebereich Lindlar.
 
Deutschlandweite Aufmerksamkeit erregte Fink im vergangenen Jahr, als er Daniela Katzenberger und Lukas Cordalis live vor laufender Kamera traute. Die öffentliche Bühne ist dem Priester auch sonst nicht fremd: er tritt als Imitator von Elvis Presley auf. Die Musik ist für Fink jedoch nicht nur ein leidenschaftliches Hobby, sondern „die verborgene Sprache Gottes“. Er rappt und rockt im Gottesdienst und bringt dadurch die frohe Botschaft unter die Leute. Mit Musikvideos und Predigten auf Youtube erreicht Fink Tausende Nutzer.
 
Auch als Autor ist der Jugendpfarrer erfolgreich: So schrieb er drei „Youcat-Kalendern“, die er jeweils auch persönlich Papst Franziskus bzw. zuvor Papst Benedikt XVI. überreichte. Erst vor wenigen Tagen erschien sein Buch „Hallo Welt, hier Kirche – Von einem, der auszog, den Glauben zu rocken“.
 
Wenn Fink Jugendseelsorger für den Rhein-Kreis Neuss wird, dann wird er zugleich auch für die Landeshaupstadt Düsseldorf und den Kreis Mettmann zuständig sein. Seine Aufgaben wird er sich mit einem Team aus Laien teilen – das Erzbistum Köln erprobt damit ein neues Modell, um die Jugendseelsorge auch mit weniger Priestern aufrecht zu erhalten.