Engagierter Malteser: Franziskus Freiherr von Heereman ausgezeichnet

Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht (von rechts): Landrat Hans-Jürgen Petrauschke mit Professor Dr. Franziskus Freiherr von Heereman und dessen Ehefrau Elisabeth. Foto: S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss
Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht (von rechts): Landrat Hans-Jürgen Petrauschke mit Professor Dr. Franziskus Freiherr von Heereman und dessen Ehefrau Elisabeth. Foto: S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss

Jahrzehntelanges Engagement für benachteiligte Menschen hat jetzt in Meerbusch seine Würdigung erfahren. Professor Dr. Franziskus Freiherr von Heereman bekam von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. „Freiherr von Heereman trägt mit Franziskus nicht nur den gleichen Namen wie der Papst, sondern teilt auch mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche das Herzblut für die Arbeit im sozialen Bereich. Dafür gilt ihm unser großer Dank“, so Petrauschke bei einem Empfang im Haus Gripswald, dem Sitz der Familie.

Der Geehrte ist Mitglied des Rates im Souveränen Malteser-Orden und hat sich schon früh verdient gemacht für Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. 1997 reiste er als Mitglied der heutigen „Gemeinschaft junger Malteser“ erstmals in den Libanon und wurde dort auf die besorgniserregende Situation der Behinderten und die Zustände in den für sie betriebenen Einrichtungen aufmerksam.

Nur ein Jahr später rief er mit einem einheimischen Priester das „Libanon-Projekt“ ins Leben. Freiherr von Heereman flog als Teamleiter mit 26 Freiwilligen und mit Unterstützung des Malteser-Ordens in den Libanon und legte mit dem Sommer-Camp „Center Al Fadi“ den Grundstein für ein dauerhaftes Engagement für Menschen mit Behinderung. Schwerbehinderte Männer und Frauen leben im Libanon meist unter erbarmungswürdigen Umständen in Heimen und werden oftmals als Last oder sogar als Schande empfunden. Im „Center Al Fadi“ wird ihnen die Möglichkeit eines betreuten Ferienaufenthalts geboten, was ihnen ganz ungewohnte Erfahrungen eröffnet. In ihrem oftmals eintönigen Alltag sind die körperlich und geistig behinderten Menschen schließlich nicht daran gewöhnt, dass sich jemand intensiv mit ihnen beschäftigt oder ihnen Zuwendung zu Teil werden lässt.

Freiherr von Heereman hat diese Camps in den ersten Jahren selbst geleitet und damit Pionierarbeit geleistet. Wegen des großen Zuwachses hat er die Führung 2001 abgegeben und sich fortan gemeinsam mit den örtlichen Partnern um die Gesamtleitung des stark christlich geprägten „Libanon-Projekts“ gekümmert. Im Jahr 2005 übergab er diese Aufgabe in andere Hände, stand den Akteuren aber weiter als Berater oft und gern zur Seite. 2012 kehrte Heereman auf Bitte der deutschen Leitung und der libanesischen Partner zurück und gehört seitdem zur Steuerungsgruppe, die das oberste Leitungsorgan des weiter gewachsenen Projekts ist.

Als Musiker nimmt er außerdem an diversen Benefiz-Veranstaltungen teil. Bei den bundesweiten Benefiz-Theatervorstellungen „Libanon on stage“ übernimmt er führende Rollen auf der Bühne. Seit 1994 begleitet der Geehrte zudem nahezu jährlich Pilgerfahrten für kranke und behinderte Menschen in den französischen Wallfahrtsort Lourdes.

Freiherr von Heereman erblickte im Jahr 1976 in Neustadt an der Weinstraße das Licht der Welt, ist verheiratet mit Ehefrau Elisabeth und Vater von drei Kindern. Seit 2016 lehrt er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar in Rheinland-Pfalz. Er ist Inhaber des Stiftungslehrstuhls „Philosophie sozial-karitativen Handelns“ und ausgewiesener Fachmann auf den Gebieten Anthropologie, Religionsphilosophie und Ethik.