Erinnerungen an Widerstandskämpferin

An Freya von Moltke erinnert eine Reihe von Veranstaltungen.
An Freya von Moltke erinnert eine Reihe von Veranstaltungen.
Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln erinnert mit einer Veranstaltungsreihe an die Widerstandskämpferin Freya von Moltke.

Das Zitat auf den Plakaten spricht Bände: „Es lohnt sich immer etwas zu tun, was man nicht für sich tut. Das ist auf dieser Erde fast für jeden zu finden“, hat Freya von Moltke einmal gesagt. Jetzt, zu ihrem 100. Geburtstag, steht sie im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe der besonderen Art. Zu den Ausrichtern gehören der Diözesanrat der Katholiken und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln. „Freya von Moltkes Zitat könnte geradezu ein programmatischer Satz für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sein“, ist Norbert Michels, der Geschäftsführer des Diözesanrats, überzeugt. „Mich fasziniert diese Frau, weil sie ein ganzes Leben lang für ihre Überzeugungen eingestanden ist, und das trotz aller existenzieller Gefahren“, ergänzt Hannelore Bartscherer, die Vorsitzende des Katholikenausschusses. Freya von Moltke sei nicht nur „ein kölsches Mädchen“ gewesen, sondern auch heute noch Vorbild für Jugendliche, die mit radikalen politischen Strömungen konfrontiert würden. 

Freya von Moltke wurde 1911 in Köln geboren, wo ihr Vater Carl Theodor Deichmann eine Privatbank betrieb. Mit 19 Jahren heiratete sie Helmuth James Graf von Moltke. 1935 promovierte sie an der juristischen Fakultät in Berlin. Anschließend beaufsichtigte sie die Bewirtschaftung des Familiengutes Kreisau in Niederschlesien. Ab 1940 begannen Helmuth James von Moltke und Peter Yorck von Wartenburg damit, eine Widerstandsgruppe mit Menschen verschiedener sozialer, politischer und konfessioneller Herkunft aufzubauen. Während ihrer drei Treffen in Kreisau in den Jahren 1942 und 1943 planten sie ein demokratisches Deutschland und ein vereintes Europa nach Hitler. Einige der „Kreisauer“, darunter Moltke, bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben. 

Freya von Moltke nahm an den Kreisauer Sitzungen teil und begleitete ihren Mann im Widerstand und in der Haftzeit. Seine täglichen „Briefe an Freya“ gehören zu den wichtigsten Zeugnissen des deutschen Widerstandes. Freya von Moltke ist ein Großteil der Überlieferungen zum Kreisauer Kreis zu verdanken. 2004 gab sie ihren Namen einer Bürgerstiftung, deren Ziel es ist, die Arbeit der Kreisauer Begegnungsstätte zu fördern und ihre Existenz zu sichern. Für die „Freya-von-Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau“ schrieb sie, reiste und gab Interviews. Voriges Jahr starb Freya von Moltke mit 98 Jahren in ihrem Haus im US-Bundesstaat Vermont. 

Die Veranstaltungsreihe über die Widerstandskämpferin mit dem Titel „Ein Leben im Dienst der Menschlichkeit“ beginnt am Donnerstag, 24. Februar, um 19.30 Uhr im Kölner Domforum. Buchpräsentation, Lesung und Gespräch werden gestaltet von Helmuth Caspar von Moltke, Freyas Sohn, Dr. Ulrich Nolte vom Verlag C. H. Beck und Moderatorin Angela Krumpen vom domradio. Im Mittelpunkt steht der vollständig erhalten gebliebene Briefwechsel des Ehepaars von Moltke. Eine Vielzahl von Zusammenkünften, auch für Schulen, schließt sich an. Am Montag, 4. April, heißt es ab 19 Uhr bei der Karl-Rahner-Akademie „Das katholische Köln und der Nationalsozialismus“. Es spricht Professor Dr. Horst Matzerath, ehemaliger Direktor des NS-Dokumentationszentrums. In der Radiowerkstatt im Katholischen Bildungswerk Köln ist ab Dienstag, 26. April, ein viertägiges Projekt unter dem Leitwort „Zivilcourage – Jugendliche machen Radio“, geplant. Näheres im Internet: www.dioezesanrat.de.