Experten fürs Leben gesucht und gefunden

Knechtstedener Schüler und Nievenheimer Senioren.
Knechtstedener Schüler und Nievenheimer Senioren.
Schüler des Norbert-Gymnasiums in Knechtsteden und Senioren aus dem Nievenheimer Caritashaus St. Josef haben erfolgreich den Gesprächsfaden aufgenommen. 

„Wie war das eigentlich, als Sie so alt waren wie wir jetzt sind?“- dafür interessierten sich acht Schülerinnen und Schüler des Norbert-Gymnasiums in Knechtsteden. Im Rahmen ihres einwöchigen Schülerpraktikums beim Caritasverband Rhein-Kreis Neuss hatten sie die Gelegenheit, mit Bewohnern des Caritashauses St. Josef in Nievenheim ins Gespräch zu kommen und Experten für viele Lebenssituationen zu finden.

Das Jahresthema des Deutschen Caritasverbands („Experten fürs Leben“) gab den Anstoß zu biographischen Interviews. Sechs Seniorinnen und ein Senior freuten sich über so viel Interesse und erzählten gern aus ihrem Leben. Denn jeder Bewohner ist durch seine große Lebenserfahrung zu einem Experten fürs Leben geworden und hat einiges zu berichten. Dazu gehören sowohl schöne Erinnerungen und Erfahrungen als auch die schlimmen Erlebnisse während des Krieges und danach. In den Gesprächen kamen die Jugendlichen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie lernten Begriffe wie „Fringsen“ kennen und auch, wie Kinder und Jugendliche in dieser Zeit mithalfen beim täglichen Überleben.

Die Berufswahl der Senioren wurde für die Schüler ein großes Rätselraten, denn Berufe wie Modistin oder Hausdame kennen sie nicht mehr. Um so interessanter war es für sie, genaueres über diese Berufe zu erfahren. Was sich auf jeden Fall im Lauf der vielen Jahre geändert hat, ist der Stellenwert der Medien. Sowohl in der Schule als auch in der Freizeit nehmen heute Fernsehen, Computer, PC-Spiele und vor allem das Handy eine wichtige Rolle ein. Früher gehörte das Kino zwar auch schon zur Freizeitgestaltung, war aber auch Informationsquelle für Nachrichten aus aller Welt und wurde regelmäßig genutzt.

Im abschließenden gemeinsamen Gespräch, moderiert von den Caritas-Mitarbeiterinnen Ingrid Freibeuter und Christiane Lukas, wurden aber auch viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Damals schon gingen zum Beispiel viele im Verein zum Schwimmen oder zum Fußballspielen. Auch wenn der heutige Disco-Besuch früher „Tanzvergnügen“ hieß, war das Interesse und der Spaß am Tanzen das gleiche. Süßigkeiten waren damals wie heute sehr gefragt, auch wenn die heutige Vielfalt früher unbekannt war.

Auffallend war die große Lebensfreude der Senioren, die an diesem Nachmittag zum Ausdruck kam und auch die Jugendlichen ansteckte. Im Vordergrund stand der Spaß an dem Zusammentreffen mit jungen Menschen und die Möglichkeit, die Erfahrungen ihres langen Lebens und ihr vielfältiges Wissen weiterzugeben. Zusammenfassend meinte eine Bewohnerin zum Schluss: “Das war richtig schön heute Nachmittag.“ Das fanden auch die Schülerinnen und Schüler des Norbert-Gymnasiums, die mit neuen Erfahrungen und positiven Erlebnissen nach Hause fuhren.