Gindorfer Brudermeister zum Ritter geschlagen

Brudermeister Robert Hoppe ist jetzt Ritter.
Brudermeister Robert Hoppe ist jetzt Ritter.
Dafür ging Robert Hoppe (48) vor Publikum freiwillig in die Knie: Der Gindorfer Brudermeister und Grevenbroicher Bezirksbundesmeister, im Frühjahr zum stellvertretenden Bundesmeister des Diözesanverbands Köln im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gewählt, erhielt in der Kirche der polnischen Kreisstadt Tuchola den Ritterschlag.
 
Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes nahm der belgische Prinz Charles-Louis de Merode, Prior des Ritterordens vom heiligen Sebastian in Europa, Robert Hoppe durch Auflegen des Schwerts nach überliefertem Ritual offiziell in die Gemeinschaft auf. Zweisprachig zelebriert wurde der Investiturgottesdienst vom Bischof der polnischen Diözese Pelplin, Professor Dr. Jan Bernard Szlaga. Prinz de Merode überbrachte dem neuen Ordensritter die herzlichen Glückwünsche von Großmeister Karl von Habsburg. Der Enkel des letzten österreichischen Kaisers hätte den Ritterschlag gern selbst vollzogen, war jedoch verhindert.

Zu den ersten Gratulanten nach dem Aufnahmegottesdienst gehörte der Kölner Diözesanbundesmeister Wolfgang Kuck aus der Gemeinde Rommerskirchen und Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, der dem Ritterorden vom heiligen Sebastian als Ordenskanzler vorsteht. Auch der Justitiar, der Mönchengladbacher Bezirksbundesmeister Horst Thoren, gratulierte dem ersten Grevenbroicher Ordensmitglied zu dessen feierlicher Investitur. „Für den katholischen Glauben einzustehen, die christlichen Elemente des bruderschaftlichen Schützenwesens zu wahren, zu stärken und zu prägen sowie für das Leben einzutreten, dies sind die Grundsätze, die für alle Mitglieder des Ordens verbindlich sind. Da meine persönlichen Zielsetzungen mit dieser inhaltlichen Ausrichtung deckungsgleich sind, bin ich gern der Bitte um Eintritt in die Ordensgemeinschaft gefolgt“, so Hoppe..

Die Investiturfeier in der Apostelkirche St. Jakob in Tuchola war Höhepunkt der Herbsttagung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS), in deren Verlauf auch die turnusmäßige Sitzung der Plenarversammlung und des Generalkapitels des Ordens vom heiligen Sebastian in Europa stattfand.

1955 als Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern von Schützenverbänden der Niederlande sowie aus Belgien und Deutschland gegründet, sind heute rund sechs Millionen Schützenschwestern und -brüder in rund 3000 Bruderschaften, Gilden, Schutterijen und Vereinen in der EGS zusammengeschlossen. Schützen aus Schweden, Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Italien, Polen, Tschechien und Kroatien, organisiert in 28 Föderationen und Bünde, finden in der EGS ihre europäische Heimat. Präsident ist seit 2006 der belgische Prinz Charles-Louis de Merode, der auf Schloss Merode im deutschen Langerwehe lebt. Generalsekretär ist der Dormagener Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann.

1985 wurde der Ritterorden vom heiligen Sebastian im belgischen Eupen anlässlich des dort stattfindenden Europaschützenfestes gegründet. Stifter des Ordens war die EGS. Der Orden wurde über seine Verfassung an das Haus Habsburg gebunden. Das Amt des Großmeisters übte bis 2008 Erzherzog Dr. Otto von Habsburg, damals Mitglied im Europäischen Parlament, aus. Die Nachfolge in diesem höchsten Repräsentantenamt des Ritterordens trat im Kaiserdom zu Aachen sein Sohn Karl von Habsburg an.
 
Menschen, die sich um die christliche Entwicklung und um den Fortbestand eines christlichen Europas verdient gemacht haben und sich dafür einsetzen, werden mit den entsprechenden Insignien in den Orden aufgenommen.  Viele Menschen in ganz Europa konnten bereits für den Orden und die EGS gewonnen werden. Vertreter der Kirche, Staatsmänner, Politiker, aber auch Menschen, die die christlichen Werte in Europa erhalten wollen, sind Mitglied geworden. Aufnahmen in den Orden erfolgen über Investituren. Heute hat der Orden rund 350 Mitglieder. 

Der Orden ist eine Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, unter dem Motto "Pro Deo, pro Europae Christiani unitate pro Vita" (Für Gott, für ein vereinigtes, christliches Europa, für das Leben) für die friedliche Entwicklung Europas einzutreten. Die Nähe zur katholischen Kirche ist für den Orden ein wichtiges Element. Er wird durch das Ordenskapitel geführt. Den Vorsitz führt der Großmeister. Die Organisation ist der Ordenskanzlei unter der Leitung des Ordenskanzlers zugeordnet.