Gottesdienst an der Nievenheimer Autobahnkapelle

Gläubige an der Autobahnkapelle St. Raphael.
Gläubige an der Autobahnkapelle St. Raphael.
Sie ist schon einzigartig, die Autobahnkapelle an der A 57 zwischen Dormagen und Neuss - einzigartig, weil sie die einzige im Erzbistum Köln ist, und dies, obwohl das Autobahnnetz rund um die Domstadt sicher so dicht ist wie sonst nur selten in der Bundesrepublik.

An eben dieser Kapelle wurde jetzt anläslich des bundesweiten Aktionstags "Autobahnkirchen" ein Gottesdienst mit anschließender Fahrzeugsegnung gehalten. Nicht Glocken hatten dazu gerufen, denn es gibt keinen Glockenturm. Artikel in der örtlichen Presse sowie Plakate und Handzettel hatten zur Teilnahme eingeladen. Und so konnte Kreisdechant Monsignore Guido Assmann aus Neuss bei hohen Temperaturen an die 30 Gläubige begrüßen. „Wir kommen aus dem Bistum Aachen“, sagte ein Ehepaar und hatte sich extra auf den Weg gemacht. Das war sicher eine Ausnahme, denn normalerweise sind Autobahnkapellen weniger Ziel, sondern eher Raststätten auf einem langen Reiseweg. Sind Autofahrer in der Regel auf Tempo aus, so gilt es hier, von 100 auf 0 zu kommen, also zur Ruhe. „Raststätten sind Ruheplätze am Weg. Sie erinnern uns daran, dass wir verantwortlich mit dem Leben umgehen sollen, das wir von Gott geschenkt bekommen haben“, sagte Assmann.

1975 war die Kapelle St. Raphael gebaut worden, und zwar von der katholischen Kirchengemeinde St. Gabriel in Delrath. Ihr hatte das Grundstück gehört, das ihr von der Bundesrepublik zum Bau der Raststätte an der damals noch neuen Autobahn abgekauft worden war. Das ausgegebene Geld wurde sinnvoll angelegt, da sind sich die vielen Beterinnen und Beter einig, die dort Rast halten und eine Kerze anzünden. Die Kapelle wird von Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde Delrath betreut, denen der Dank des Kreisdechanten galt: „Wer hier gebetet hat, kann wieder richtig durchstarten.“