Grevenbroich wartet seit einem Jahr auf einen Pfarrer

Rund um St. Peter und Paul tut sich eine Menge. Foto: TZ
Rund um St. Peter und Paul tut sich eine Menge. Foto: TZ
Der Seelsorgebereich "Elsbach/Erft" hat seit nunmehr einem Jahr keinen leitenden Pfarrer mehr. Kreisdechant Monsignore Guido Assmann zieht als Pfarrverweser trotzdem eine positive Zwischenbilanz.
 
Ein Blick in das Fahrtenbuch seines Autos lässt keinen Zweifel: Es waren nicht wenige Fahrten, die Assmann in den zurückliegenden zwöf Monaten zwischen Neuss und Grevenbroich zurückgelegt hat. Denn so lange ist es her, dass der Pfarrer der Neusser Innenstadt neben seinen sonstigen Aufgaben auch die Verantwortung für die fünf katholischen Kirchengemeinden in und um Grevenbroich übernommen hat. „Wir haben viel gemeinsam geschafft“, ist sich der Theologe sicher.
 
Und er hat recht: Kandidaten wurden gefunden für einen neuen Pfarrgemeinderat, der inzwischen seine Arbeit aufgenommen hat. Nach dem Weggang von Pfarrer Filler ist Kaplan Michael Mohr und nun Diakon Manfred Jansen neu in die Schlossstadt gekommen. Die Gremien der fünf Gemeinden haben an einem Konzept gearbeitet, wie die katholische Kirche auch in Zukunft in Grevenbroich Präsenz zeigen und sich in die gesellschaftlichen Fragen gestalterisch einbringen kann.
 
Dazu gehört, dass ein gemeinsames Büro in der Innenstadt am Ostwall bezogen und eingerichtet wurde. Zusätzlich soll es an den einzelnen Kirchtürmen auch Sprechstunden geben. Die Wohnung für den künftigen Pfarrer wird derzeit im Schatten der Kirche St. Peter und Paul hergerichtet und müsste bis Ostern fertig sein. Handwerker sind auch gekommen ins ehemalige Pfarrheim und Pfarrhaus: Eine moderne und zukunftsgerichtete Kindertagestätte entsteht dort. Und für das Bernardushaus gibt es vielversprechende Ideen. Es soll ein Haus der katholischen Kirche mit Jugendcafé, Versammlungsräumen, Beratungsangeboten und Ort der Seelsorge werden.
 
„Die Stimmung ist gut und es gibt viele, die sich engagieren und an einer guten Zukunft interessiert sind“, freut sich Assmann, der sich gern „Pastor auf Zeit“ nennt. Wo sieht er noch Entwicklungspotenzial? „Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten“, ist er sich sicher. „Ich würde mich freuen, wenn an den neuen Pastor, wenn er denn gefunden ist, nicht übermenschliche Anforderungen gestellt werden. Wenn jede Gemeinde nur ihre Ansprüche stellt, wird es nicht gehen!“
 
Wann ein neuer Pfarrer kommt, kann Assmann noch nicht sagen. Sobald die Wohnung fertig ist, könnte der Möbelwagen kommen. Realistisch ist dies im Sommer. Bis dahin fährt Assmann gern die Strecke zwischen Neuss und Grevenbroich. Mehr als 3000 Kilometer sind es bisher gewesen. „Ich komme gern, weil ich dankbare Menschen erlebe“, schließt der Geistliche und fügt augenzwinkernd hinzu: „Solange es keinen Stau auf der Autobahn gibt!“