Gute Seele der Niederdonker Kapelle verabschiedet

Gute Seele der Niederdonker Kapelle verabschiedet
Die „gute Seele“ der Niederdonker Kapelle, Therese Raukes, wurde kürzlich von der Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist in Büderich verabschiedet. Im Rahmen einer festlichen Messe mit anschließendem Frühstück dankte Pfarrer Pütz für ihre langjährige Küstertätigkeit.

Im Jahr 1960 übernahm Jakob Raukes, frisch verheiratet mit Therese geb. Siemen, neben seiner Arbeit als Werkzeugmacher bei Böhler die Aufgabe des Küsters an der Niederdonker Kapelle. „Wenn du mich heiratest, musst du wissen, dass ich der Küster vom Niederdonk bin – du kannst dann nicht mal eben mit mir in Urlaub fahren. Ich muss sorgen, dass die Kapelle versorgt wird“, erinnert sich Pfarrer Pütz an Jakob Raukes, wie er schmunzelnd von den „Bedingungen“ an Therese für die gemeinsame Zukunft erzählte. „Dann wandte er sich wieder den Kerzen zu und schabte das Wachs von den Blechen, oder wir standen vor der Kirche und er ging mit dem Besen über den Zugang, damit die Blütenblätter der vorhergehenden Hochzeit den Weg alles Irdischen fanden und niemand darauf ausrutschen konnte. Auch manches kritische Wort und manche Anekdote über Brautpaare und Traupriester fiel dabei.“

Als Jakob Raukes im Jahr 2002 plötzlich starb, müssen es weit über 1700 Paare gewesen sein, deren Ja-Wort er gehört und denen er mit seinem charmanten Lächeln die Ringe gereicht hatte. In der Zeit danach trat Therese Raukes ein wenig mehr in den Vordergrund. Doch schnell wurde deutlich, dass sie schon zuvor die rechte Hand ihres Manns gewesen war. Sie war es, die die Altarwäsche gewaschen und so akkurat gebügelt hatte; sie war es, die manches Mal beim Putzen der alten Fliesen beinahe verzweifelte, weil jeder Aufnehmer sich darin verhakte; sie war es auch, die auch weiter die Kerzenständer säuberte und zigmal am Tag in der Kapelle nach dem Rechten sah.

„Jakob und Therese Raukes haben wir zu verdanken, dass die Kapelle morgens in aller Herrgottsfrühe schon aufgeschlossen war und bis zur Dunkelheit den vielen Betern offen stand. Die Eheleute Raukes haben es erst möglich gemacht, dass die Gnadenkapelle zu einem solch vielbesuchten Ortes der Geborgenheit und des oft stillen Gebetes geworden ist“, so Pfarrer Pütz.

Seit einiger Zeit hat Therese Raukes aus Alters- und Gesundheitsgründen schon einige Aufgaben abgegeben. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, „ihre“ Kapelle ganz in andere Hände zu legen.