Hackenbroich: Erster Spatenstich fürs Junge Wohnen am Malteserstift St. Katharina

Bauhelme und Spaten: Am Malteserstift St. Katharina in Hackenbroich entsteht ein Komplex für junge Pflegebedürftige.
Bauhelme und Spaten: Am Malteserstift St. Katharina in Hackenbroich entsteht ein Komplex für junge Pflegebedürftige.

Eine neue Wohnform in Hackenbroich soll jungen pflegebedürftigen Menschen zu mehr Selbstständigkeit verhelfen: Dies ist das Ziel des Malteserstifts St. Katharina, wo jetzt der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau „Junges Wohnen“ gesetzt worden ist.

Pfarrer Peter Stelten, Vize-Bürgermeister Hans Sturm, Hausleiterin Barbara Caron sowie Roland Niles, Geschäftsführer der Malteser Rhein-Ruhr gGmbH, und Norbert Rath, technischer Leiter der Conesta Projekt Dormagen GmbH & Co KG, hatten sich dazu stilecht mit Bauhelmen und Spaten vor dem Gebäude versammelt.

Beim Jungen Wohnen handelt es sich um ein im Rhein-Kreis Neuss bisher einzigartiges Angebot. Ziel ist es, jungen Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und den Kontakt zu Gleichaltrigen in ähnlicher Lebenssituation herzustellen. In dem Neubau werden auf fünf Ebenen 21 barrierefreie Einheiten gebaut.

Das Junge Wohnen umfasst zehn Appartements im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. In den oberen drei Stockwerken entstehen elf Appartements für Wohnen mit Service, in die noch recht selbständige Senioren einziehen können. Seit 2011 bietet das Malteserstift St. Katharina mit der Jungen Pflege einen stationären Schwerpunktpflegebereich für Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung bereits früh pflegebedürftig sind.

„Daher kennen wir die speziellen Bedürfnisse dieser jungen Menschen sehr genau und haben sie in dem Konzept des Jungen Wohnens berücksichtigt“, betont Roland Niles. Bisher gibt es für junge Pflegebedürftige zu wenig geeigneten behindertengerechten Wohnraum. Die meisten barrierefreien Wohnungen seien auf Senioren ausgelegt und für junge Mieter oft zu groß, berichtet Niles. Auch die Altersstruktur sei wichtig: Viele junge Menschen möchten ihr Leben trotz Einschränkung aktiv und ihrem Alter entsprechend gestalten. Durch die Nähe zu Gleichaltrigen in einer ähnlichen Lage finden sie leichter Anschluss und können auch ihre Freizeit gemeinsam gestalten.

Die Appartements im Jungen Wohnen am Malteserstift St. Katharina sind etwa 30 Quadratmeter groß und verfügen über ein barrierefreies Bad, eine Küchenzeile und einen Balkon oder eine Terrasse. Zusätzlich wird es einen großen Aufenthaltsraum mit Küche geben, in dem die Mieter gemeinsam Zeit verbringen können.

„Oft fällt es jungen pflegebedürftigen Menschen schwer, ihren Alltag zu strukturieren und ansprechend zu gestalten“, erklärt Barbara Caron. Deshalb wird eine Fachkraft der Wohn- und Pflegeeinrichtung die Mieter bei der Freizeitgestaltung unterstützen, indem sie ihre früheren Hobbys und Interessen berücksichtigt. Für Ausflüge und Einkaufsfahrten steht der Haus-Bus des Malteserstifts zur Verfügung. Die pflegerische Versorgung der jungen Menschen übernimmt ein ambulanter Pflegedienst.