Haus St. Stephanus in Elsen eröffnete Gruppe für junge Flüchtlinge

Volker Abrahamczik leitet das Haus St. Stephanus in Elsen. Foto: TZ
Volker Abrahamczik leitet das Haus St. Stephanus in Elsen. Foto: TZ
Eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge hat das Haus St. Stephanus eröffnet. „Safe Place“ (Sicherer Platz) heißt das Angebot der Deutschordens Jugend- und Familienhilfe Elsen gGmbH. „Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung ihrer Eltern nach Deutschland einreisen, bedürfen des besonderen Schutzes und eines Ansprechpartners, denn sie leiden unter den Folgen von Flucht, Krieg und Gewalt, müssen sich im Aufnahmeland in einer fremden Kultur mit fremder Sprache zurechtfinden und undurchschaubare Verfahren diverser Behörden meistern“, so Einrichtungsleiter Volker Abrahamczik.
 
Dieser Verantwortung stellt sich das Haus St. Stephanus mit „Safe Place“ für bis zu zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab 13 Jahren. Im Rahmen eines begrenzten Zeitraums werden die Jugendlichen medizinisch, pädagogisch und psychologisch versorgt. Auf dem Hintergrund der individuellen Biographie, die häufig mit extrem belastenden Erfahrungen unterschiedlichen Ausmaßes einhergehen, und unter Beachtung ihres unsicheren Aufenthaltsstatus erarbeiten die Mitarbeiter gemeinsam mit den jungen Menschen den künftig notwendigen Unterstützungsbedarf.
 
Der Aufenthalt in der Gruppe beträgt in der Regel drei Monate. Danach wechseln die Jugendlichen in Anschlussmaßnahmen, die ihrem individuellen Hilfebedarf entsprechen. Das interkulturelle Team – bestehend aus Pädagogen, Psychologin, Sprach- und Integrationsmittler sowie einer Deutsch-Lehrerin – betreut die Jugendlichen rund um die Uhr. „Sie zeigen ein hohes Interesse, die deutsche Sprache zu erlernen und eine gute Ausbildung zu absolvieren. Alle sind sehr motiviert und arbeiten sehr gut mit“, so der Gruppenleiter Holger Kistler über seine ersten Erfahrungen.
 
Aufgrund der Komplexität des Verfahrens und den verschiedensten Fragestellungen sind eine Vernetzung mit entsprechenden Behörden und der Aufbau eines qualifizierten Unterstützungsnetzwerks erforderlich. „Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Helfern an, um der besonderen Schutzbedürftigkeit der Jugendlichen nachzukommen“ ergänzt Bereichsleiterin Michaele Buscher.