Hermann-Straaten-Preis: Gelebter Glaube wird gewürdigt

Engagierte Mitglieder des Kapellenvereins Elvekum (Foto: Kaumanns)
Engagierte Mitglieder des Kapellenvereins Elvekum (Foto: Kaumanns)

Tag für Tag engagieren sich tausende Menschen ehrenamtlich in den katholischen Pfarrgemeinden, Verbänden und Einrichtungen im Rhein-Kreis Neuss. Vier Projekte und Gruppen wurden jetzt vom Katholikenrat Rhein-Kreis Neuss mit dem Hermann-Straaten-Preis ausgezeichnet. Mit diesem Preis möchte der Katholikenrat Beispiele gelungenen Engagements würdigen und bekannt machen.

Aus 14 Bewerbungen wählte die Jury mit Schirmherr Landrat Ju?rgen Petrauschke (Schirmherr), Dr. Martin Straaten, Susanne Niemöhlmann, Joachim Braun, Thomas Kaumanns und Jutta Köchner vier Preisträger aus:

1. Preis: Kapellenverein Elvekum, Neuss-Elvekum

Ohne das Engagement des Kapellenvereins Elvekum gäbe es in dem Neusser Ort mit ca. 300 Einwohnern kein religiöses Leben – und vielleicht auch keine intakte Dorfgemeinschaft. Schon als die St. Aloysius-Kapelle Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, war das nur dank der Unterstützung eines Kapellenbauvereins und der tätigen Mithilfe der Dorfgemeinschaft möglich. In diesem Geiste wurde der Kapellenverein 1988 als Förderverein neu gegründet. Die Mitglieder kümmern sich um Erhalt und Pflege der Kapelle, übernehmen den Küster- und Schließdienst und gestalten Gottesdienste; gemeinsam mit dem örtlichen Heimatverein organisieren sie Veranstaltungen, etwa zu St. Martin oder in der Advents- und Weihnachtszeit. So ist die Kapelle Institution des gelebten Glaubens, Mittelpunkt des dörflichen Lebens und Ausdruck der Heimatverbundenheit.

1. Preis: Martinsaktion „Haben ist ganz nett – aber teilen ist voll cool“, Grevenbroich

Die Geschichte vom heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat, kennt wohl jeder. Unter dem Motto „Haben ist ganz nett – aber teilen ist voll cool“ sorgt die Martinsaktion der Pfarreiengemeinschaft Grevenbroich-Vollrather Höhe dafür, dass das Martinsfest nicht zur Folklore verkommt, sondern Ausdruck aktiver Nächstenliebe ist. Seit 2014 werden rund um die Martinszüge gemeinsam mit Grundschulen und Kitas haltbare Lebensmittel gesammelt; dann werden sie auf verschiedenen Wegen an bedürftige Menschen verteilt. Dazu gehören beispielsweise Flüchtlinge oder die Teilnehmer des „Elsener Tischs“. So bekommen schon die kleinsten die Wichtigkeit des Teilens vermittelt.

3. Preis: Wohlfühlmorgen für Wohnungslose und Bedürftige, Malteser-Hilfsdienst, Neuss

Wellness ist das angestrebte Ziel vieler Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen – doch für Menschen in Armut bleibt es oft ein Fremdwort. Das zu ändern, ist Sinn und Zweck des Wohlfühlmorgens für Wohnungslose und Bedürftige, den der Malteser-Hilfsdienst in Neuss viermal im Jahr veranstaltet. Menschen ohne Obdach oder Geld sind zu einem Frühstück eingeladen, können sich duschen und zum Frisör gehen, Kleider bekommen und sich massieren, impfen oder ärztlich behandeln lassen. Für die Malteser realisiert sich in diesem Projekt der Leitsatz „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“.

3. Preis: Herzkissenaktion – Frauen für Frauen, Grevenbroich-Rommerskirchen

„Du bist nicht allein!“ Diese Botschaft steckt hinter der Herzkissenaktion der katholischen Kirche in Grevenbroich und Rommerskirchen. Nach einer Brustkrebsoperation klagen viele Frauen über Druck- und Wundschmerzen. Herzförmige Kissen versprechen Linderung. Eine handgeschriebene, persönliche Grußkarte soll den Patientinnen darüber hinaus Trost spenden, Anteilnahme verkörpern und Hoffnung vermitteln. Die Kissen werden von engagierten Ehrenamtlerinnen genäht und an mehrere Krankenhäuser in der Region Rhein/Ruhr unentgeltlich verteilt. Sie sind Ausdruck tätiger Nächstenliebe.

Die beiden Erstplatzierten erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro, die anderen Preisträger jeweils 500 Euro. Insgesamt werden somit Preisgelder in Höhe von 3.000 Euro ausgeschüttet. Der Katholikenrat dankt der Familie Straaten für die finanzielle Unterstützung.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung zur Ehrung und Preisübergabe zweimal abgesagt werden. Die Preisträger wurden deshalb in der vergangenen Woche informiert, eine Veranstaltung zur Auszeichnung ist nicht mehr vorgesehen.

Die Vorsitzende des Katholikenrates Rhein-Kreis Neuss, Jutta Köchner, würdigte die ausgezeichneten Projekte und Gruppen: „Ohne viele fleißige Hände, gute ldeen und Gedanken, sowie eingesetzte Herzenswärme könnten unsere Pfarrgemeinden und Verbände nicht viel vollbringen und auf die Beine stellen. lch hoffe, dass lhre Tätigkeit mehr Freude und Bereicherung bringt als Mu?he und Arbeit.“