Ins Netz gegangen – warum die Kirche Facebook nutzen sollte

Ins Netz gegangen – warum die Kirche Facebook nutzen sollte
Viele katholische Gemeinden, so auch die Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte, nutzen Facebook, das größte Online-Netzwerk. Warum? Müssen wir als Kirche jedem Trend hinterher laufen? Müssen wir auch da sein, wo – zumindest in der jüngeren Vergangenheit – auch Fakenews, Hetze oder Hass einen Platz haben?
 
Um die Frage nach dem Warum zu beantworten, möchte ich – als aktiver Facebook-Nutzer – von drei persönlichen Erlebnissen berichten:
  • „Wo kann ich mein Kind taufen lassen?“ fragte einmal eine mir unbekannte junge Mutter in eine Facebook-Gruppe. Nachdem sie mehr oder weniger hilfreiche Kommentare, vor allem aber viel Spott zu lesen bekommen hatte, nahm ich kurzerhand Kontakt auf, konnte das zuständige Pfarramt nennen und nebenbei ein neues Mitglied der Gemeinde St. Marien „werben“.
  • „Mir fehlt das Gebimmel“, schrieb eine Neusserin und beklagte sich darüber, dass die Glocken der Basilika St. Quirin kaum noch läuten. In der folgenden Diskussion klärte sie dann jemand darüber auf, dass das Geläut reparaturbedürftig ist.
  • „Danke, dass Du den Begriff ,Heimatprimiz‘ erklärt hast“ kommentierte ein Bekannter, als ich vor wenigen Monaten etwas über die Primiz von H. Quirinus C. Greiwe in St. Marien geschrieben und dabei auch das Fremdwort erläutert hatte.
Für manchen mögen diese Beispiele banal klingen, aber sie zeigen doch eins: Viele Menschen sind auf der Suche nach Antworten, die (nur) die Kirche geben kann – sie möchten etwas wissen, fragen nach kirchlichen Angeboten und stellen vielleicht sogar tiefergehende spirituelle Fragen. Diese Suche macht auch vor den sogenannten „neuen Medien“ nicht halt.
 
Deshalb es ist wichtig, dass wir als Kirchengemeinde ansprechbar sind – auf verschiedenen Wegen. Dazu nutzen wir Internetseiten, dazu haben wir auch Facebook-Seiten für unsere Kirchen. Aber man muss nicht Webmaster oder Facebook-Administrator sein, um für die Kirche oder als Kirche ansprechbar zu sein. Letztlich kann jeder von uns der Kirche – auch online – ein Gesicht geben und dadurch mitwirken an unserem Verkündigungsauftrag. Probieren Sie es einfach mal aus, beschreiten auch Sie „neue Wege“!
 
Thomas Kaumanns
 
Dieser Artikel erschien in leicht veränderter Fassung zuerst im Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte.