KAB-Kreuzweg durch die Neusser Innenstadt

Kreuzweg der Arbeit. Foto: TZ
Kreuzweg der Arbeit. Foto: TZ
Die vielen Menschen ohne Job benötigen die Solidarität der Christen. Dieses Signal sandte der Kölner Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) bei einem „Kreuzweg der Arbeit“ in Neuss aus. 

„Unser Kreuzweg will auf die vielen Kreuze aufmerksam machen, die den Menschen heute vor allem in der Arbeitswelt auferlegt werden. Er will zur Umkehr und zum Nachdenken aufrufen“, sagte Jesuiten-Pater Ludwig Dehez, der Diözesanpräses des Verbands. „Denken wir da besonders an die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die globale Wirtschaft bis in unsere aktuellen Tage hinein. Denken wir an die vielen Insolvenzen von mittelständischen Betrieben aufgrund der Finanzkrise und die bedrohten Arbeitsplätze. Denken wir an die vielen jungen Menschen, die wiederum keinen Ausbildungsplatz gefunden haben“, so der Geistliche in der Marienkirche.
Vor fünf Jahren hatte die KAB in Köln erstmals mit einem „Kreuzweg der Arbeit“ auf die vielen Ungerechtigkeiten im Wirtschaftsleben aufmerksam gemacht. Diesmal brachten Verbandsmitglieder aus Monheim das zuletzt von ihnen getragene „Kreuz der Arbeitslosigkeit“ in die Quirinusstadt. Noch vor der ersten Andacht wurde daran eine aktuelle Zahl befestigt: die 6923. So viele Menschen ohne Stelle gibt es nämlich derzeit in Neuss. Das Kreuz mit dieser Zahl und viele bunte KAB-Banner trugen die Teilnehmer quer durch die Innenstadt zur Basilika St. Quirin. Stationen des Kreuzwegs waren Wirtschaftsunternehmen: die Regionalverwaltung des Energieversorgers RWE ebenso wie die Zentrale der Rheinland-Versicherung oder das Warenhaus „Galeria Kaufhof“.
„Alle Ungerechtigkeiten, alle Unsicherheiten, alle Sorgen und Ängste, Armut und Resignation sowie die Sorgen um die Arbeitsplätze und den Billiglohn verbinden wir mit dem Kreuzweg Jesu von Nazareth, der sein Schicksal mit dem unsrigen verbunden hat“, so Pater Dehez. Der „Kreuzweg der Arbeit“ sei öffentlich, weil auch der Kreuzweg Jesu auf der Straße stattgefunden habe. Die Gedanken zu den einzelnen Stationen kreisten um die Probleme der Arbeitswelt. Um die rasanten Veränderungen in der Ökonomie ging es dabei ebenso wie um die von Profitdenken bedrohte Sonntagsruhe „Aus biblischer Sicht vertraut Gott dem Menschen die Aufgabe an, sich die Erde zu unterwerfen – nicht im Sinne despotischer Herrschaft, sondern im Sinne des Sorgens und Bebauens, des Gestaltens“, hieß es. Erst die biblische Botschaft von Freiheit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit ermögliche eine Zukunft, die „Gutes Leben für alle“ verheiße, wie die Kampagne der KAB für soziale Gerechtigkeit überschrieben ist.