Katholikenrat bestätigt seinen Vorsitzenden Cornel Hüsch im Amt

Daumen hoch: Der neu gewählte Vorstand mit Kreisdechant Assmann.
Daumen hoch: Der neu gewählte Vorstand mit Kreisdechant Assmann.
Der Katholikenrat im Kreisdekanat Neuss hat sich zu seiner Jahreshauptversammlung in Reuschenberg getroffen und seinen Vorsitzenden Cornel Hüsch mit einem klaren Ergebnis im Amt bestätigt.
 
Das Erzbistum Köln braucht künftig einen Mann an der Spitze, der die Kraft, Fähigkeit und Spiritualität aller getauften und gefirmten Christen erkennt, wertschätzt und achtet. Und er wird nur dann Erfolg haben, „wenn er sich nicht als Kirchenfürst versteht, sondern als Diener der Menschen, als Menschenfischer und als Brückenbauer“, so Hüsch in seinem Jahresbericht. Die Vertreter der Seelsorgebereiche und Verbände in den Dekanaten „Neuss/Kaarst“ und „Grevenbroich/Dormagen“ bestätigten ihn mit 43 Stimmen bei zwei Enthaltungen in seinem Amt.
 
Hüschs Vertreter sind weiterhin Walter Pesch, Adolf Thöne und Trudi Porath. Außerdem zum neuen Führungsgremium gehören Joachim Braun, Norbert Kallen, Thomas Kaumanns, Reiner Kissels, Jutta Köchner, Susanne Niemöhlmann, Dr. Ulrike Nienhaus und Sebastian Rosen. Nach jahrelanger Vorstandsarbeit verabschiedet wurden Heiner Cöllen und Werner Uersfeld. Zuvor hatten die Laien einen Gottesdienst mit Kreisdechant Monsignore Guido Assmann und Dechant Hans-Günther Korr in der Kirche St. Elisabeth gefeiert.
 
„Ich finde es völlig falsch und unangebracht, die Leistungen und das Verdienst von Kardinal Meisner nach 25 segensreichen Bischofsjahren in Köln auf Skandale und Provokationen zu reduzieren“, sagte Hüsch in seinem Jahresbericht. Gleichwohl trügen sich viele Katholiken in der Diözese mit der Hoffnung, dass mit einem neuen Bischof auch „ein neues katholisches Lebensgefühl“ entsteht.  „Eine Kirche, die nur als Verbotskirche erkennbar wird, verliert den Rückhalt. Die Freude am täglichen Leben und vor allem der liebevolle Umgang miteinander beflügeln den Glauben und führen die Kirche in eine gute Zukunft. Nur in der Weise, wie wir einander lieben, achten und echte Lebensfreude schenken, werden uns die Menschen als Christen erkennen“, sagte Cornel Hüsch.
 
Der Neusser Rechtsanwalt appellierte an die Gläubigen, sich auch stärker jenseits der Gemeindegrenzen zu positionieren: „Je mehr Gleichgültigkeit in der Gesellschaft modern wird und je mehr Hedonismus die vorherrschende Einstellung wird, umso mehr müssen wir Katholiken uns auch in die Gesellschaft einbringen.“ Hüsch hält daher die Entscheidung der nordrhein-westfälischen Bischöfe, den Schutz von Bekenntnisschulen vor dem staatlichen und gesellschaftlichen Zugriff zu lockern, für falsch: „Bei einer katholischen Bekenntnisschule geht es nicht darum, ob alle Kinder und Lehrer katholisch sind oder jedenfalls die Mehrheit katholisch ist“. Die Auffassung „Wo katholisch draufsteht, muss auch katholisch drin sein“ verleugne das missionarische Wirken des Heiligen Geistes. „Und eine Linie, die aufgegeben wird, ist nie wieder zurück zu erringen. Die katholischen Schulen zu opfern, weil man sich nicht mehr in der Lage fühlt, dieser großen Verantwortung gerecht zu werden, ist ein Fehler“, ist Hüsch überzeugt.
 
Er erinnerte an die Forderung von Papst Franziskus, an die Peripherie zu gehen und dort die frohe Botschaft zu verkünden –  auch unter der Gefahr des Scheiterns. Hüsch rief die Laien vor diesem Hintergrund dazu auf, sich dieser Herauforderung zu stellen: „Ich meine, dass wir viel stärker als bisher aus unseren engen Kirchenkreisen heraustreten und die Menschen da aufsuchen müssen, wo sie sind.“