Katholikenrat lobt Papstwort zum Missbrauchsskandal

Als „klare Worte zur rechten Zeit“ hat der Kreiskatholikenrat die Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zum Missbrauchsskandal bezeichnet. „Jetzt sind Buße für die Täter und Hilfe für die Opfer gefragt und nicht Angriffe auf Medien oder Gegner der Kirche“, sagte Cornel Hüsch, der Vorsitzende des Gremiums, das über 180.000 Katholiken im zum Erzbistum Köln gehörenden Kreisdekanat Neuss vertritt.
 
Zum Auftakt seines Portugal-Besuchs hatte der Papst die Missbrauchsfälle vor allem in Deutschland und Irland als „wirklich entsetzlich“ gebrandmarkt. „Der größte Angriff auf die Kirche kommt heute aus dem Innern der Kirche selbst – durch die Sünde", so Benedikt XVI. Hüsch und der Vorstand des Kreiskatholikenrats fordern vor diesem Hintergrund „einen transparenten und tabufreien Umgang“ mit dem Thema. „Nicht das Eingeständnis von Fehlern und Schuld wirkt abschreckend auf die breite Öffentlichkeit, sondern das krampfhafte Festhalten an Fassaden, die mehr und mehr als scheinheilig empfunden werden“, heißt es. 

Trotz des Skandals ist den Katholiken nicht bange vor der Zukunft. „Die Kirche hat die Niedergänge in ihrer 2000-jährigen Geschichte immer wieder als Grund für Reinigung und Erneuerung genutzt, was letztlich zum nächsten Aufbruch geführt hat“, so Hüsch. Die Chance bestehe auch heute, „wenn neue Wege in Auswahl und Ausbildung von Priestern und Mitarbeitern gegangen werden“. Die Folge wäre „eine gesündere, eine glaubwürdigere Kirche“, die dann mehr Strahlkraft hätte und mehr Menschen begeistern könne.