Kirchenaustritt - Zahlen, Ursachen, Gegenmaßnahmen

Kirchenaustritt - Zahlen, Ursachen, Gegenmaßnahmen

Im Jahr 2017 ist die Zahl der Kirchenaustritte sprunghaft angestiegen. Mehr als 18.000 Menschen verließen die Gemeinden im Erzbistum Köln. Das nahm der Katholikenrat Rhein-Kreis Neuss zum Anlass, sich ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen. Einer ersten Analyse im Vorstand folgte jetzt eine intensive Diskussion im Kreis von Pfarrgemeinerats- und Verbändevertretern.

 

Dabei präsentierte der stellvertretende Vorsitzende des Katholikenrates, Thomas Kaumanns, zunächst umfangreiches Zahlenmaterial, ging dann auf die verschiedenen Beweggründe von ausgetretenen Kirchenmitgliedern ein und widmete sich abschließend den Bindungsfaktoren, die den Verbleib in Kirche begünstigen. Zu all diesen Fragen gibt es aktuelle und umfangreiche Untersuchungen, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema möglich machen - auch in den einzelnen Gemeinden oder Verbänden.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Teilnehmer angeregt darüber, wie man sich dem Phänomen der Kirchenaustritte entgegenstellen könne. Einigkeit bestand darin, dass diese in den meisten Gemeinden gar nicht wahrgenommen werden und dass es folglich auch kaum Gegenmaßnahmen gebe. Hier könne man ansetzen.

Kaumanns: "Im Durchschnitt verlieren unsere Gemeinden jedes Jahr ein halbes Prozent ihrer Mitglieder durch Austritt. Diese Zahl mag zunächst klein erscheinen, ist jedoch ein entscheidender Faktor dafür, dass unsere Kirche aktuellen Prognosen zufolge bis zum Jahr 2060 um die Hälfte schrumpfen wird. Es ist Zeit, dass wir für dieses Thema sensibilisieren und uns dem Trend entgegenstemmen."

Präsentation:
Die Präsentation zum Vortrag steht als Download zur Verfügung.

Literatur-Tipp:
"Kirchenaustritt - oder nicht?" Wie die Kirche sich verändern muss
Etscheid-Stamd / Laufage-Kleeberg / Rünker (Hg.)
Herder, 2018