Knechtsteden heizt jetzt mit Biogas

In Knechtsteden hat die Energiewende begonnen. Foto: TZ
In Knechtsteden hat die Energiewende begonnen. Foto: TZ
Mit Biogas heizen jetzt das Spiritaner-Kloster und das Norbert-Gymnasium in Knechtsteden. Durch ein Blockheizkraftwerk und in Kooperation mit dem benachbarten Conradshof kann damit 50 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs sichergestellt werden.
 
Durch diese Methode verringern Gymnasium und Kloster den vorherigen Kohlendioxid-Ausstoß außerdem um etwa die Hälfte oder 670 Tonnen im Jahr. Knechtsteden wurde bisher durch herkömmliche dezentrale Heizungen versorgt. Gymnasium und Kloster sind schon lange durch ein Leitungsnetz verbunden.
 
Die Gespräche mit Nachbar Hans-Jakob Lemper vom Conradshof sowie den Verantwortlichen des Klosters und des Trägervereins des Gymnasiums hatten bereits im Herbst 2010 begonnen. Es wurden komplexe vertragliche und anspruchsvolle technische Regelungen entwickelt. Das Wärmegrundlastkraftwerk wird durch Biogas angetrieben, das von der Familie Lemper auf dem Bauernhof in Straberg produziert wird. Die Landwirte haben große Erfahrung in Energiefragen, betreiben sie doch seit Längerem ähnliche Motoren und nutzen die dort gewonnene Wärme beziehungsweise verkaufen den überschüssigen Strom im Rahmen des Gesetzes für Erneuerbare Energien.
 
Eine unterirdische Gasleitung verbindet nun den Hof mit dem Blockheizkraftwerk in Knechtsteden. Die technische Effizienz beträgt rund 80 Prozent. Dabei ist der Wärme-Preis für das Gymnasium sehr viel günstiger als die Eigenerzeugung über überregional zugekauftes Gas. Gleichzeitig wird es ihm ermöglicht, das Wärmemanagement energie- und kostensparend auf eine neue wirtschaftliche Basis zu stellen. Durch die Maßnahme kann den Schülern außerdem im Physik-Unterricht die Energiewende lebendig näher gebracht und die Effizienz von örtlich erzeugter Energie aus nachwachsenden Rohstoffen demonstriert werden.