Neuss-West/Korschenbroich: WortGottesFeiern sollen das kirchliche Angebot bereichern

Vorfreude auf die „WortGottesFeiern“ (von links): Pfarrer Michael Tewes, Michaela Scheufeld und Guido Riedel.
Vorfreude auf die „WortGottesFeiern“ (von links): Pfarrer Michael Tewes, Michaela Scheufeld und Guido Riedel.
Wenn am ersten Adventssonntag das neue Kirchenjahr beginnt, dann geht auch der Seelsorgebereich „Neuss-West/Korschenbroich“ neue Wege. Michael Tewes, der leitende Pfarrer, freut sich, dass sich 20 Laien aus Holzheim und Reuschenberg, Grefrath und Glehn gefunden haben, die künftig sogenannte „WortGottesFeiern“ leiten werden, die regelmäßig an Wochentagsabenden stattfinden, um insbesondere berufstätigen und anderen tagsüber gebundenen Gläubigen die Möglichkeit zur Einkehr in ihrer Kirche zu schaffen.
 
Eine „WortGottesFeier“ ist eine liturgische Feier, die aus den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils resultiert, das solche Formen ausdrücklich empfohlen hat. Dabei soll der Bibellesung und der Auslegung der Heiligen Schrift ein breiterer Raum gegeben werden. Elemente wie Tagesgebete, Lieder oder Prozessionen können den Rahmen bilden. Die ersten Zusammenkünfte dieser Art beginnen jeweils um 18.30 Uhr in St. Elisabeth (4. Dezember), St. Pankratius (12. Dezember), St. Martinus (19. Dezember) und St. Stephanus (27. Dezember).
 
   „Zu Beginn steht die Vorstellung und Beauftragung der ,WortGottesFeier‘-Leiter in den verschiedenen Kirchen auf dem Programm, um deutlich zu machen, dass diese Männer und Frauen auch im Auftrag ihrer Gemeinde und des Pastors handeln“, so Pfarrer Tewes. „Ist die Einbeziehung von Laien in dieser Form in erster Linie dem Priestermangel geschuldet, so sehen doch alle Beteiligten ihren künftigen Dienst als zusätzliche Bereicherung“, ergänzt Guido Riedel vom Pfarrgemeinderat, der die Arbeit koordiniert. Nur dort, wo vor Ort Messen oder „WortGottesFeiern“ regelmäßig stattfänden, könne auch ein aktives Gemeindeleben bestehen beziehungsweise entstehen, sind sich beide einig.
 
   Begonnen hatte alles 2015 mit der Suche von Pfarrer Tewes nach Freiwilligen für diesen Dienst. Kurz darauf begann bereits eine mehrmonatige Schulung mit zwei renommierten Dozenten der Erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule in Köln: Dr. Gunther Fleischer und Professor Dr. Alexander Saberschinsky. Bei dieser Fortbildung wurden die künftigen „WortGottesFeier“-Leiter intensiv in den Bereichen „Bibelauslegung“ und „Liturgie“ geschult. Die Teilnehmer wie Michaela Scheufeld denken gern an diese gemeinsamen Abende zurück, trugen doch beide Referenten ihre jeweiligen Themen mit großer Begeisterung und viel Schwung vor. Zwischenzeitlich konnte RTL-Fernseh-Moderator Wolfram Kons aus Reuschenberg gewonnen werden, um die Laien auch in Sachen „Rhetorik“ zu trainieren.
 
   Nachdem die Schulung abgeschlossen war, nutzten viele Teilnehmer das Angebot einer Nachbetreuung durch die beiden Dozenten. Noch voller Elan hat sich ein Großteil von ihnen zusammengefunden, um das Erlernte im privaten Kreis zu perfektionieren. Papst Johannes XXIII. verglich einst die Liturgie mit der Wasserquelle eines Dorfes, zu der jede Generation kommt, um immer lebendiges und frisches Wasser zu schöpfen. Die engagierten Leiter der „WortGottesFeiern“ hoffen mit ihrem Einsatz beizutragen, dass diese Quelle nicht versiegt.