Nikolauskloster: Marientragen im Advent von Haus zu Haus

Diese Marienfigur aus Peru lassen die Patres aus dem Nikolauskloster von Haus zu Haus
Diese Marienfigur aus Peru lassen die Patres aus dem Nikolauskloster von Haus zu Haus "wandern".
Das Marientragen ist ein Jahrhunderte alter christlicher Adventsbrauch, den jetzt das Nikolauskloster der Oblatenmissionare bei Glehn wieder lebendig werden lässt. Seit dem ersten Advent und bis zum 24. Dezember haben Gläubige die Gelegenheit, eine aus Peru stammende Figur der schwangeren Maria für einen Tag eine Bleibe im eigenen Haus, in ihrer Wohnung oder Einrichtung zu geben.
 
Maria verbleibt in jeder Familie oder Gruppe für einen Tag. Am Abend oder zu einem anderen abgemachten Zeitpunkt wird sie von der Gastfamilie zur nächsten gebracht. Dort findet eine Adventsandacht oder eine angemessene Übergabe statt. Die vorweihnachtliche Zeit steht schließlich im Zeichen des Weges, des Aufbruchs und des Wanderns: Maria und Josef sind unterwegs nach Bethlehem, die Hirten suchen das Kind. Gott und Mensch sind unterwegs zueinander. Die Herbergssuche ist die Nachgestaltung des biblischen Berichts aus Lukas 2,7: „...denn in der Herberge war kein Platz für sie.“
 
Der Brauch des Marien- oder Frauentragens entwickelte sich im deutschsprachigen Raum in der Frömmigkeit der Barockzeit: Eine Marienfigur oder ein Marienbild wanderte in der Adventszeit von Haus zu Haus, wurde auf einen kleinen Hausaltar gestellt und war Mittelpunkt einer kleinen Hausandacht in der Familie oder auch zusammen mit anderen. Nach der Andacht wurde ausgiebig gegessen und getrunken, danach nicht selten getanzt.
 
„Durch das Marientragen haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Adventszeit intensiver zu gestalten und wahrzunehmen. Durch das Empfangenwerden, selbst Empfangen und das gemeinsame Beten mit anderen Menschen baut sich eine besondere Atmosphäre der Gemeinschaft auf. Ich werde willkommen, eine kleine Zeit am Leben anderer teilhaben. Diese Erfahrung machen wir nicht oft. Letzten Endes werde ich beim Marientragen beschenkt mit der Liebe von Weihnachten“, so Pater Felix Rehbock, der Rektor des Nikolausklosters.