Pfarrgemeinderat Gilbach in ehrlicher Sorge um Fortleben des Gemeindelebens

Rund um St. Peter in Rommerskirchen wird über den Fortbestand des Gemeindelebens diskutiert. Foto: TZ
Rund um St. Peter in Rommerskirchen wird über den Fortbestand des Gemeindelebens diskutiert. Foto: TZ
„In ehrlicher Sorge um die weitere Gestaltung der Kirchenorganisation und das Fortleben unserer aktiven Kirchengemeinden“ ist der Pfarrgemeinderat im Seelsorgebereich Gilbach in Rommerskirchen. Brigitte Holzweiler, Rita Seegers und Gabriele Knebel-Balle haben sich deswegen in der „Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln“ geäußert. Ihr Text im Wortlaut:
 
„Nach der Präsentation des Pastoralen Zukunftswegs sieht der Pfarrgemeinderat Rommerskirchen-Gilbach die Zukunft unseres Kirchen- und Gemeindelebens deutlich in Gefahr.
 
Viele Gemeindemitglieder sorgen sich. Dass eine Zusammenfassung der organisatorischen Einheiten zu einer Entfremdung der Gemeindemitglieder von dem eigentlichen Gemeindewesen führt. Aus unserer jahrelangen Tätigkeit im Ehrenamt wissen wir, dass zu große organisatorische Einheiten das Engagement der Menschen mindern. Wie kann man beispielsweise Ehrenamtler davon überzeugen, für eine Sache einzutreten, die man in letzter Konsequenz nicht mehr überblicken kann?
 
Daneben können wir nicht erkennen, wie die Vertretung der Gemeindemitglieder durch einige wenige Vertreter in den Pfarreiräten gelingen kann. Hier wurden uns bisher keine Strukturen aufgezeigt, die die Vertretung aller Gemeinden sichern. Wie kann auf einer derartig zentral angelegten Ebene die Zusammenarbeit mit den jetzt noch existierenden Ortsauschüssen für die konkrete Sacharbeit gelingen?
 
Kritisch sehen wir auch die geplante Zusammenlegung der Kirchenvorstände bei Bildung großer Pfarreien. Dies wirkt auf uns wie eine Enteignung unserer Gemeinden. Die Aufgabengebiete der Kirchenvorstände sind zum Teil hochspezialisierte Tätigkeiten, deren Erfüllung durch zentrale Gremien, die mit den Gemeindespezifika nicht vertraut sind, wir nicht sehen.
 
Seit circa drei Jahren sammeln wir Erfahrung im Sendungsraum Grevenbroich und Rommerskirchen mit 21 Kirchengemeinden. Sollte dies zukünftig eine Pfarrei werden, stellen wir uns die Frage, wie und wer einen so großen und vielfältigen Bereich auf Kirchenvorstandsebene verwalten soll. Offen ist für uns auch, wie die katholische Kirche plant, weitere Ehrenamtler für den Dienst in der Kirche zu akquirieren. Bekanntermaßen geht die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Einsatz immer weiter zurück. Die mangelnde Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln verstärkt leider diesen Trend.
 
Bei uns entsteht der Eindruck, dass es beim Pastoralen Zukunftsweg in der Hauptsache darum geht, bei zurückgehender Priesterzahl die Kontrolle (über das Kirchenvermögen und das pastorale Leben vor Ort?) zu behalten, indem man Groß-Pfarreien künstlich am Grünen Tisch neu erschafft.
 
Leider gehen wir davon aus, dass der Pastorale Zukunftsweg bereits abschießend geplant und festgelegt ist und Änderungen nicht vorgesehen sind. Daher sind wir in ehrlicher Sorge um die weitere Gestaltung der Kirchenorganisation und das Fortleben unserer aktiven Kirchengemeinden.“