Pilger in Uniform mit Glockengeläut begrüßt

Pilger in Uniform mit Glockengeläut begrüßt
Mit der ersten Soldaten-Wallfahrt in der Region hat der Reservistenverband im 50. Jahr seines Bestehens im wahrsten Wortsinn einen ganz neuen Weg beschritten.

Und die 20 Teilnehmer vom Gefreiten bis zum Oberst der Reserve erhielten sogar überraschend Beifall: Auf der letzten Etappe in die Neusser Innenstadt bildete eine größere Gruppe Spaziergänger spontan ein Spalier und begrüßte die Marschgruppe mit einer fröhlichen „La Ola“ - der Welle, wie sie sonst bei Fußballbesuchern im Stadion üblich ist.

Die Wallfahrt, zu der die Reservistenkameradschaft Neuss alle interessierten Christen mit und ohne Uniform eingeladen hatte, begann in Dormagen. Man wolle mit diesem neuen Angebot gleich zweifach Flagge zeigen, meinte Oberstleutnant d.R. Frank Beyersdorf: als Reservist und Staatsbürger sowie als Christ.

Kaplan Martin Reimer begrüßte die ungewöhnliche Wallfahrtsgruppe in „St. Martinus“ Uedesheim mit Glockengeläut. Ein weiterer Halt mit Gebeten schloss sich in „St. Cyriakus“ Grimlinghausen an, wo Gemeindereferentin Rita Justenhoven-Ockermann die Reservisten betreute.

Nach 23 Kilometern entlang des Rheins bei strahlendem Sonnenschein wurde es mit dem Eintreffen in der Basilika „St. Quirinus“ wieder feierlich: Nach einer Besichtigung des Münsters unter Führung von Oberpfarrer Guido Assmann legte die Wallfahrer-Gruppe einen Kranz nieder, mit dem auch der jüngsten sieben deutschen Gefallenen in Afghanistan gedacht wurde.

Trotz müder Füße waren alle Teilnehmer von dem außergewöhnlichen Freizeitangebot begeistert. Oberleutnant d.R. Dirk Aßmuth, Vorsitzender der RK Neuss, will darum die Soldaten- und Reservistenwallfahrt zu einer jährlichen festen Einrichtung für Nordrhein-Westfalen machen. Eingeladen sind auch diejenigen, die Solidarität mit der Bundeswehr zeigen wollen. Termin wird immer der erste Samstag im Mai sein.

Text: Helmut Michelis
Foto: RK-Neuss/Büntig