„Projekt Zukunftsfest“: Kirche und Pfarrzentrum in Holzheim unter einem Dach

In die Pfarrkirche St. Martinus in Holzheim soll künftig das Gemeindezentrum integriert werden. Foto: TZ
In die Pfarrkirche St. Martinus in Holzheim soll künftig das Gemeindezentrum integriert werden. Foto: TZ

Das Erzbistum Köln hat entschieden, kräftig in die Kirche St. Martinus in Holzheim zu investieren. Diese freudige Botschaft überbrachte Michael Tewes, der leitende Pfarrer im Seelsorgebereich „Neuss-West/Korschenbroich“, der Gemeinde beim Neujahrsempfang.

„Das Ziel lautet, die Pfarrkirche und das Pfarrzentrum künftig unter einem Dach zu vereinen. Mit diesem Projekt im Herzen unseres Ortes machen wir das katholische Leben in Holzheim zukunftsfest“, so der Geistliche. Nach dem Vorliegen der sogenannten Vollplanungsgenehmigung kann das Neusser Büro Architekten & Ingenieure Wichmann jetzt mit dem konkreten Raum-, Zeit- und Kostenkonzept beginnen.

Thomas Sistig vom Kirchenvorstand St. Martinus und vom eigens gegründeten Bauausschuss, dem auch weitere Gemeindemitglieder angehören, unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens: „Das äußere Erscheinungsbild der Kirche wird nahezu unverändert bleiben, das Ortsbild wie gewohnt prägen und trotzdem den Rahmen schaffen für die Befriedigung aller Bedürfnisse unseres Gemeindelebens.“
 
Konkret geplant ist die Beibehaltung des Turmes, in dessen Erdgeschoss die Sakristei errichtet werden soll. Der Altar wird an der Turmseite seinen Platz finden, also an der entgegengesetzten Seite seines bisherigen Standorts. Orgel und Empore werden analog dazu in den Mittelteil versetzt.
 
Einen barrierefreien Eingang sehen die Planer in der südlichen Fassade vor. Der Gottesdienstraum soll flexibel erweiterbar sein, da auf gleicher Ebene ein Foyer und der Gemeindesaal mit eingebunden werden können. Die Treppenanlage zum bisherigen Altar entfällt. Weitere Räume für Pfarrbücherei, Archiv und Besprechungen sowie Küche und Sanitäreinrichtungen werden in einem Anbau an der Rückwand der Kirche ermöglicht.
 
Mit dem Um- und Ausbau der Kirche verbunden ist die Aufgabe des in den 1980er Jahren eröffneten Pfarrzentrums an der Hauptstraße, in dem unter anderem Sanitär-, Heizungs- und Fensteranlagen marode sind. Das Gelände mit der alten Kaplanei und dem ehemaligen Petrusheim soll an einen Investor in Erbpacht vergeben werden.
 
Die Pfarrkirche St. Martinus entstand in den Jahren 1841 bis 1843 im neugotischen Stil. Der markante Turm besteht aus Feldbrandziegeln und überlebte die Wirren der Zeit – im Gegensatz zum Kirchenschiff, das im Zweiten Weltkrieg bombardiert und zerstört worden ist. 1948/49 erfolgte der Wiederaufbau.
 
Neben einem barocken Taufstein mit geschwungener Messinghaube besitzt die Kirche ein Reliquiar des Pfarrpatrons in einer Vitrine im Altar. Blickfang im Inneren des zuletzt 1999 renovierten und umgestalteten Gotteshauses ist ein jahrhundertealtes Kruzifix. Im Holzheimer Kirchturm hängen die ältesten Glocken im Stadtgebiet von Neuss: Die Glocke zu Ehren des heiligen Martin stammt von 1399, die Glocke zu Ehren der heiligen Barbara von 1444.