Rheinische Martinstradition: Landtag unterstützt Initiative zum Kulturerbe

St. Martin und der Bettler standen jetzt im Landtag im Blickpunkt. Foto: TZ
St. Martin und der Bettler standen jetzt im Landtag im Blickpunkt. Foto: TZ
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen teilt die Auffassung, dass die rheinische Martinstradition schützenswert ist und unterstützt ausdrücklich das Anliegen, diese Tradition als immaterielles Kulturerbe auf nationaler Ebene anzuerkennen. Auf diese Formulierung haben sich die Politiker auf Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen verständigt.
 
„Der Landtag stellt sich damit erstmals ausdrücklich hinter eine Einzelbewerbung zum immateriellen Kulturerbe“, freuen sich René Bongartz und Jeyaratnam Caniceus. Die Martinsfreunde aus Brüggen beziehungsweise Kempen im Bistum Aachen hatten die Initiative beim Landesministerium für Kultur und Wissenschaft ergriffen.
 
Die Bewerbung wurde durch wiederholte Rücksprache mit dem Lehrstuhl für das immaterielle Kulturerbe an der Universität Paderborn methodisch abgesichert. Beide Antragsteller hatten sich zudem der Unterstützung ihres Anliegens durch die rheinischen St.-Martins-Vereine versichert, von denen 73 an einer gemeinsamen Veranstaltung in Brüggen teilnahmen. Darunter waren auch Abordnungen aus dem Kreisdekanat Neuss wie aus Grevenbroich-Kapellen und Kaarst-Vorst.
 
Die Abstimmung des Landtags ist unabhängig von der Expertenkommission zur Bewertung des immateriellen Kulturerbes. Zugleich wird der Kommission jedoch über das Votum Bericht erstattet werden, so dass die Unterstützung der Politik nicht ohne Folge bleibt. Auf Landesebene wird sich die Kommission im April mit dem Antrag befassen, die rheinische Martinstradition als Kulturerbe anzuerkennen.