Schulpfarrer Dr. Peter Kohlgraf eingeführt

Schulpfarrer Dr. Peter Kohlgraf eingeführt
Schulpfarrer Dr. Peter Kohlgraf erhielt am Donnerstag in der Schulmesse seine Ernennungsurkunde aus den Händen des Erzbischöflichen Schulrates Dr. Ludwig Elsing.

Pfarrer Dr. Peter Kohlgraf setzte in seiner ersten Marienberger Schulmesse den kopernikanischen Wandel ins Zentrum seiner Ausführungen.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert, so Pfarrer Dr. Kohlgraf, rücke der Mensch an den Rand des Universums. Er könne sich nicht mehr als die Krone des Ganzen verstehen, sondern nur als ein ganz kleines Teil irgendwo im Universum. Das neue Weltbild habe den Menschen stark verunsichert, er habe sich ganz neu finden müssen.

Ein Theologe, so Kohlgraf weiter, habe einmal etwas humorvoll darauf aufmerksam gemacht, dass sich trotz dieser gravierenden Änderungen in der Wissenschaft der Mensch selbst nicht verändert habe. Wir tun alle noch so, als sei jeder Einzelne von uns der Mittelpunkt der Welt. Alles müsse sich um den einzelnen Menschen drehen. Die Menschen lebten so, als habe es nie einen Kopernikus, einen Darwin gegeben. Was daraus entstehe, sei klar: Egoismus jeder Art, der andere Mensch sei in diesen Gedankengängen der Konkurrent, er müsse sich dem eigene Ego anpassen.

Viele Studenten erzählten z.B., dass dies ihre Erfahrungen im Studium seien. Mein Leben habe dann Sinn, wenn man Spaß habe, wenn man sich verwirklichen könne, auch auf Kosten anderer.

Kohlgraf forderte eine kopernikanische Wende im Denken und Glauben, indem man sich zurücknehme und Gott in den Mittelpunkt stelle. Damit erhalte auch der Mitmensch eine andere Bedeutung.
Jesus habe diese kopernikanische Wende auf seine Art ganz einfach mit den Worten des Alten Testaments ausgedrückt: Du sollst Gott und den Nächsten lieben, wie dich selbst.

Pfarrer Dr. Peter Kohlgraf stellte die Frage, was das denn nun mit dem neuen Schulseelsorger zu tun habe.

Er kündigte an, in den kommenden Monaten und Jahren viel über den Glauben zu sprechen und zusammen Gottesdienst zu feiern und hierbei Gott in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Sinne sei der Schulpfarrer kein Einzelkämpfer, sondern Teil des Ganzen. Denn wenn wir glauben und beten, dann nehmen wir auch den Kollegen und die Mitschülerin anders ernst, als wenn wir diejenigen sind, um die sich alles drehen müsse.


Papst Johannes XXIII habe es einmal zu sich selbst gesagt und damit sozusagen eine Zusammenfassung seines Glaubens gegeben: Giovanni, nimm dich selbst nicht so wichtig. Stell Gott und die anderen in den Mittelpunkt.

Olaf Gruschka (Text und Foto)