Sehenswerte Ausstellung in Knechtsteden

Auch Reliquiare und Montranzen sind zu sehen. Foto: TZ
Auch Reliquiare und Montranzen sind zu sehen. Foto: TZ
Eines der großen rheinischen Klöster zeigt erstmals seine Schätze. Die Spiritaner in Knechtsteden bei Dormagen haben ihre rund 500 Kunstwerke inventarisieren lassen und präsentieren bei einer Ausstellung im Kreuzgang neben der Basilika einen interessanten Querschnitt durch ihr Kulturgut. 

Gezeigt werden ausnahmslos Exponate, die der Öffentlichkeit bisher noch nicht zugänglich gewesen sind. Rektor Pater Hermann-Josef Reetz hatte die Initiative zur Inventarisierung ergriffen, die durch die finanzielle Unterstützung des Erzbistums Köln ermöglicht worden ist. Archivarin Belinda Peters und Manfred Stefer von der Klosterverwaltung haben die sehenswerte Präsentation auf die Beine gestellt. 

Reliquiare und Monstranzen aus der Zeit zwischen der Mitte des 18. und dem Ende des 19. Jahrhunderts sind genauso zu betrachten wie priesterliche Kleidungsstücke vom Segensvelum bis zur Bassgeigenkasel oder hölzerne Figuren, die Engel oder einen Propheten darstellen. Ein Tondo (ein rundes Relief), das das Lamm Gottes zeigt, fehlt ebenso wenig wie ein prächtiges Wappenschild mit dem Titel „Liebe, Glaube, Hoffnung“ aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um 1900 entstanden eine Mitra mit Seide, Samt, Perlen und Schmucksteinen sowie ein vergoldeter Bischofsstab aus Silber und Emaille. Selbst eine Hochzeitstruhe aus dem 17. Jahrhundert ist zu bestaunen. „Es wird immer noch gerätselt, wie und weshalb sie ins Kloster gekommen ist“, berichtet Manfred Stefer. Wie dem auch sei: Die Ausstellungsstücke verdeutlichen die Kostbarkeit des Knechtstedener Kirchenschatzes.
 
Dass das Kloster sein Kulturgut erstmals in seiner Geschichte in einer bisher nicht bekannten Vollständigkeit erfassen kann, machte das damit beauftragte Sachverständigenbüro für Kunst und Denkmalpflege Dr. Ivo Rauch aus Koblenz möglich. In zwei Bänden haben Rauch und seine Sachverständigen Reinhard Köpf und Christine Schaffrath alle Kunstwerke in Wort und Bild gewürdigt. Die im Katalog gezeigten Aufnahmen stehen auch auf CD-ROM zur Verfügung. 

Pater Norbert Merkel, Oberer des Missionshauses, bekam das Inventar der kirchlichen Ausstattung von den Fachleuten überreicht. Sie hatten vom Frühjahr 2009 bis zum Herbst 2010 alle Räume des Klosters vom Keller bis zu den Dachböden genauso unter die Lupe genommen wie den Glockenturm, die Nebengebäude oder die Außenanlagen. Die fachliche Begleitung erfolgte durch Dr. Martin Seidler vom Generalvikariat. „Auf Wunsch der Auftraggeber wurde auf eigene intensive Forschungsarbeiten zu den einzelnen Kunstwerken verzichtet. Dies schien angesichts der damit verbundenen Kosten und der angestrebten Funktion der Bände als Kurzinventar des Kunstbestandes von Knechtsteden angezeigt“, berichtet Ivo Rauch. 

Die Ausstellung „Verborgene Schätze. Kunstwerke im Kloster Knechtsteden“ ist bis zum 27. Februar täglich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, um Spenden für den Erhalt der Kunstwerke wird gebeten.