Spargelessen mit Bischof

Spargelessen mit Bischof
Hoher Besuch aus dem nördlichsten Bistum der Welt: Bischof Berislav Grgic, Oberhirte der freien Prälatur Tromsø, war in der Gemeinde St. Thomas Morus zu Gast, die seit 30 Jahren Verbindung nach Nord-Norwegen unterhält.

"Asche weg - Bischof kommt", fasste Hans-Günther Korr, leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Neuss-Nord, die erlösende Nachricht knapp zusammen. Immerhin hatte sich die Pfarrgemeinde St. Thomas Morus seit Wochen auf die Ankunft von Bischof Berislav Grgic vorbereitet. Es wurde ein kurzer, nichts desto weniger herzlicher Besuch, der die seit 30 Jahren bestehenden Kontakte zwischen der Gemeinde in Neuss-Vogelsang und der freien Prälatur Tromsø auffrischte. So hat Pfarrer Korr bereits angekündigt, den Katholiken in Nord-Norwegen mit einer Gruppe aus Neuss einen Besuch abstatten zu wollen.

Rund 80 Zentimeter Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt - vom tiefsten Winter kam Bischof Grgic direkt in den deutschen Frühling. "Ich habe noch nie so viel Schnee geschaufelt wie in den vergangenen Monaten", erzählt der Bischof in hervorragendem Deutsch beim Spargelessen im Papst-Johannes-Haus der interessierten Runde aus Seelsorgeteam und Angehörigen des Pfarrgemeinderates. Immerhin hat der 50-Jährige Geistliche kroatischer Herkunft als Bischof erstmals in seinem Leben eine Haushälterin und eine Bürohilfe.

Rund zehn Monate im Jahr ist der Seelsorger auf Reisen, leben doch die 2200 Katholiken seiner Diözese auf 1 650 000 Quadratmetern verstreut. Um in den nächsten Wochen alle Firmtermine wahrnehmen zu können, ist der Bischof aufs Flugzeug angewiesen. Der kostenintensiven Seelsorge stehen geringe Einnahmen gegenüber, denn viele Katholiken sind arme Einwanderer. Und da sich nur ein Prozent der Norweger zum katholischen Glauben bekennen, ist auch die staatliche Unterstützung gering.

Umso inniger bedankte sich Bischof Grgic gestern in der Festmesse in St. Thomas Morus, die der Kirchenchor mit Mozarts Krönungsmesse musikalisch gestaltete, für die Freundschaft und Unterstützung aus Deutschland. Hier wandte er sich auch an Prälat Msgr. Günter Assenmacher, verantwortlich für das St. Ansgar-Werk. Beim anschließenden Empfang im Kardinal-Bea-Haus wurden Erinnerungen an den Beginn der freundschaftlichen Kontakte unter dem damaligen Pfarrer Josef Schönherr MSF und frühere Nordland-Fahrten ausgetauscht. Dem bald darauf scheidenden Bischof versicherte schließlich Pfarrgemeinderatsmitglied Werner Lütkecosmann: "Da wir jetzt ein gemeinsamer Seelsorgebereich sind, haben Sie drei neue Partnergemeinden dazu gewonnen."