St. Mariä Himmelfahrt: Erste Stolpersteine in Gindorf

So sehen die neuen Gedenksteine in Gindorf aus.
So sehen die neuen Gedenksteine in Gindorf aus.
Der Künstler Gunter Demnig hat für die jüdische Familie Kaufmann auf der Friedensstraße in Gindorf die ersten beiden „Stolpersteine“ im Bereich der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt verlegt. Die Patenschaft für die pflastersteingroßen Gedenksteine übernahm das 2014 gegründete Ortsnetzwerk des Doppeldorfs Gustorf/Gindorf.
 
Begleitet wurde das Verlegen der Gedenksteine aus Messing für Sara Baruch Kaufmann und deren Tochter Emma Kaufmann mit kurzen Textbeiträgen. Die beiden Nachwuchsmajestäten der Gindorfer Bruderschaft, Nele Kremer und Jan Rodrigo, erinnerten in zum Teil bewegenden Worten an die alteingesessene und im früheren Gemeindeleben fest integrierte jüdische Familie Kaufmann, die an der heutigen Friedensstraße in Gindorf mit vier Töchtern und zwei Söhnen lebte und arbeitete.
 
Die Besucher zeigten sich hocherfreut, dass Gunter Demnig nach mehr als 56.000 Steinverlegungen nun auch zwei weitere Gedenksteine in der Marienpfarre platziert hat. Mit den bereits im Jahr 2009 verlegten „Stolpersteinen“ für die Familie Löwenthal auf der Christian-Kropp-Straße und für das Ehepaar Gordon an der Post-Apotheke hat nun auch das Leben der Familie Kaufmann unweit der damaligen Gindorfer Synagoge einen Ort der Erinnerung.
 
Die „Stolpersteine“ stellen einen direkten Bezug zu der durch das Ortsnetzwerk auf dem Gustorfer Pfarrfriedhof St. Mariä Himmelfahrt initiierte Gedenkstätten-Erweiterung dar. Dort erinnern neben dem Mahnmal für die Kriegstoten des Doppeldorfs Gedenkplatten an die Gindorfer und Gustorfer Holocaust-Opfer.