St. Matthäus: Allrather Kirche soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Besonderer Aussagewert für die Bau- und Siedlungsgeschichte von Grevenbroich-Allrath: St. Matthäus. Foto: TZ
Besonderer Aussagewert für die Bau- und Siedlungsgeschichte von Grevenbroich-Allrath: St. Matthäus. Foto: TZ
Die Grevenbroicher Pfarreiengemeinschaft unterstützt den Plan des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), die Kirche St. Matthäus in Allrath unter Denkmalschutz zu stellen. „Damit erfährt die Wertschätzung des Gebäudes durch die Gemeinde eine offizielle Bestätigung. Als Kirche teilen wir die Anliegen des Denkmalschutzes grundsätzlich”, so Dr. Meik Schirpenbach, der leitende Pfarrer.
 
Dazu gehöre jedoch, dass man mit dem Ererbten kreativ umgehen müsse. „Deshalb führen wir in Abstimmung mit der Denkmalpflege unsere Planungen weiter, Versammlungsräume in das Kirchengebäude zu integrieren. Allrath übernimmt hierbei eine bistumsweite Vorreiterrolle. Nur so werden sich Kirchen in Zukunft erhalten lassen. Dieses Anliegen hat für uns oberste Priorität“, so Schirpenbach.
 
Die gutachtliche Stellungnahme des LVR-Fachamts für Denkmalschutz und Denkmalpflege zum Thema „St. Matthäus“ kommt zu einem klaren Schluss: Der Bau aus den 1960er Jahren wirkt für die Experten „wie ein Vorläufer postmodernen Gestaltens und fungiert als architekturhistorisch interessantes Bindeglied zwischen den Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts“.
 
So heißt es in dem Gutachten: „(Die Kirche) St. Matthäus in Grevenbroich-Allrath ist mit ihrer Ausstattung ein aussagekräftiges Zeugnis der religiösen und sozialen Verhältnisse in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In ihrer spezifischen Gestalt dokumentiert sie in anschaulicher Weise die kreative Weiterentwicklung der Errungenschaften des modernen Kirchenbaus der Zwischenkriegszeit in der besonderen Situation der Nachkriegszeit.“
 
Und zur Bedeutung für Städte und Siedlungen heißt es: „Die Kirche St. Matthäus hat einen besonderen Aussagewert für die Bau- und Siedlungsgeschichte von Grevenbroich-Allrath. Sie bezeugt den wechselvollen, historischen Entstehungsprozess dieses seit über 900 Jahre bestehenden Kirchortes und das Wachstum der Kirchengemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Baugeschichte der heutigen Kirche St. Matthäus in Allrath unterscheidet sich auf markante Weise von einer Vielzahl der modernen Nachkriegskirchen, denn nicht die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs oder gar neu entstehende Siedlungsbereiche durch den Zuzug von Vertriebenen machten den Neubau erforderlich, sondern der schlechte Erhaltungszustand der Vorgängerkirche und die wachsende Zahl Gläubiger in Allrath.“