Städtepartnerschaft mit kirchlichen Wurzeln

Foto: Lothar Berns
Foto: Lothar Berns
Seit 20 Jahren sind Neuss und Rijeka (Kroatien) Partnerstädte. Diese Städtepartnerschaft lebt auch von vielen kirchlichen Aktivitäten. Eine davon geht im Jubiläumsjahr zu Ende.

Als das 20jährige Bestehen der Städtepartnerschaft Neuss-Rijeka am vergangenen Wochenende in Neuss gefeiert wurde, kam neben großer Freude und Dankbarkeit auch ein wenig Wehmut auf: Die Herz-Jesu-Schwestern, die bereits seit 42 Jahren im städtischen Altenheim tätig sind, müssen Neuss zum Jahresende verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Dort warten neue Aufgaben in der Kinderbetreuung auf sie. Beim Festakt im Neusser Rathaus würdigte Bürgermeister Herbert Napp das langjährige Engagement: Die Schwestern hätten den alten und kranken Menschen weit über die Pflege hinaus Trost und Beistand gespendet, man habe stets die Liebe in ihrem Wirken gesehen. Als Anerkennung dafür verlieh er ihnen das Stadtsiegel in Silber. Tags darauf wurden die Schwestern während des lateinischen Hochamts in der Münsterbasilika verabschiedet. Oberpfarrer Msgr. Guido Assmann: „So sehr es uns freut, dass die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Schwestern nach dem Zusammenbruch des Kommunismus nun in der Heimat ihrer eigentlichen Berufung wieder nachkommen kann, so bedauern wir es sehr, dass die Stadt Neuss wieder um einen Orden ärmer wird.“

Doch auch ohne die Herz-Jesu-Schwestern wird die Städtepartnerschaft weiterhin lebendig sein. Daran haben nicht zuletzt viele kirchliche Aktivitäten ihren Anteil. Während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien steuerten viele Hilfstransporte von Neuss aus an den Balkan. Oft war Msgr. Jochen Koenig, bis zum Sommer Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft „Rund um die Erftmündung“ mit dabei. Unzählige Male warben er und ganz besonders die Pfarrgemeinde St. Cornelius (Erfttal) um Spenden für die Bedürftigen in der Krisenregion. Bis heute sind es vor allem Jugend- und Seniorenbegegnungen, welche der Städtepartnerschaft Leben einhauchen. Eine ganz besondere Anerkennung dafür gab es am vergangenen Samstag. Der Kulturausschuss und der Rat der Stadt Neuss hatten beschlossen, den Corneliusplatz in „Rijekaplatz“ umzubenennen. Dies wurde im Rahmen eines festlichen Abends offiziell vollzogen.

Eine Chronik der vielfältigen Aktivitäten gibt es im Internet unter http://www.schaffrinski.info/st-cornelius/rijeka91-10.htm.