Telefonseelsorge im Rhein-Kreis Neuss legte Bilanz vor

Barbara Keßler präsentierte die Bilanz der Telefonseelsorge. Foto: TZ
Barbara Keßler präsentierte die Bilanz der Telefonseelsorge. Foto: TZ
Die ökumenische Telefonseelsorge im Rhein-Kreis Neuss hat voriges Jahr insgesamt 17.865 Anrufe entgegengenommen – Tendenz leicht steigend. Diese Zahl steht in der Bilanz, die Barbara Keßler, die Leiterin der Einrichtung, jetzt vorgelegt hat.
 
Ein Detail in der Statistik belegt die zunehmende Bedeutung der Telefonseelsorge: In 231 Kontakten waren die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ansprechpartner bei akuten Suizidgedanken des Anrufers oder eines ihm nahestehenden Menschen. „In 877 Gesprächen spielte das Thema eine Rolle, auch wenn es nicht Hauptthema wurde“, berichtet Keßler. „Als Telefonseelsorger sitzen wir nicht zuletzt genau deshalb an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr am Telefon, um Menschen, die verzweifelt sind und an Suizid denken, ein Gesprächspartner zu sein“, so die Diplom-Psychologin.
 
Über 20 Prozent der Anrufenden gaben an, an einer diagnostizierten psychischen Erkrankung zu leiden. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil noch bei zwölf Prozent. Die Telefonseelsorge, die vom Verband der katholischen Kirchengemeinden im Kreisdekanat Neuss sowie vom Evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss getragen wird, sucht weiter Ehrenamtler, die intensiv geschult werden für ihren anspruchsvollen Dienst. Näheres unter Telefon (0 21 31) 2 35 75.