Trauer um Pater Wienen aus Nievenheim

Pater Hans-Otto Wienen ist gestorben.
Pater Hans-Otto Wienen ist gestorben.
Der aus Nievenheim stammende Pater Hans-Otto Wienen, Afrikamissionar aus dem Orden der Weißen Väter, ist in der Demokratischen Republik Kongo verstorben. 

1951 geboren, besuchte er das Norbert-Gymnasium in Knechtsteden, studierte Philosophie in Frankfurt und Theologie in Straßburg und wurde 1980 in seiner Heimatkirche St. Pankratius vom afrikanischen Bischof Timothè Pirigisha zum Priester geweiht. Nach einigen Missionseinsätzen im Kongo und einem weiteren Studium in Rom trat Wienen 1988 eine Stelle als Lehrer im Seminar von Rusisi an. Ab 1992 setzte er sich als Kaplan beziehungsweise Pfarrer für die Menschen in Kalima und Mingana ein.
 
Während des Bürgerkriegs, als alle anderen Institutionen die Region verließen, blieb er mit seinen Mitbrüdern in der Missionsstation. Auch als die Einwohner vor Rebellen und Regierungstruppen in den Urwald flüchteten, blieben die Weißen Väter dort. Mehrmals am Tag läuteten sie die Glocken, so dass die Menschen in ihren Verstecken wussten: „Die Missionare sind noch da.“ Gemeinsame Eucharistiefeiern, das Breviergebet und die gemeinsamen Mahlzeiten hielten die Ordensmänner zusammen. Hans-Otto Wienen sah es als seine Pflicht an, bei den Menschen zu bleiben sowie Rückhalt und Zuflucht für sie in der Not zu sein. Auch wenn man in den Wirren nicht die Außenstationen besuchen konnte, gelang es immer irgendwie, Nachrichten zu den Christen zu bringen und sie zu stärken in ihrer schwierigen Lage. 

Als sich die Missionare ab 2001 wieder frei bewegen konnten, setzten sie sich überall für Versöhnung ein, damit die Menschen nach den Kriegsgeschehen wieder miteinander leben konnten.  Mehrmals musste sich Pater Wienen in Europa behandeln lassen, denn er hatte große Probleme mit den Augen. Aber er wollte jedes Mal so bald möglich wieder zurück in die Diözese Kasongo. Zuletzt war er in einer abgelegenen Außenstation, in die man nur mit dem Motorrad gelangen kann. Wie die Weißen Väter berichten, klagte er abends über Schmerzen in der Brust. Am nächsten Tag wurde er tot auf seinem Bett entdeckt. „So ist der Missionar bei den Menschen gestorben, die immer sein Herzensanliegen waren“, heißt es. In Mingana fand die feierliche Beerdigung statt. Die Nievenheimer Katholiken, die Wienens Arbeit immer wieder mit Spenden unterstützt hatten, gedachten dem Pater zuletzt bei einer Ausstellung anlässlich dessen 25-jährigen Wirkens bei den Ärmsten der Armen in Afrika.