Verdienstmedaille für aufopferungsvolle Hilfe

Verdienstmedaille für aufopferungsvolle Hilfe
„Unsere Frau Kerschbaumer“, so nennen sie die Bediensteten des Hafthauses Neuss liebevoll. Margarete Kerschbaumer vom Sachausschuss "Frauen in Abschiebehaft" des Katholikenrates wurde am Freitag für ihr vielfältiges Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Wilfried Mainzer, Abteilungsleiter Strafvollzug im NRW-Justizministerium, fand viele Worte des Lobes: „Man muss schon eine gefestigte Persönlichkeit sein, wenn man sich entscheidet, solch eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen.

Wenn sich nun jemand für eine ehrenamtliche Tätigkeit entschieden hat, dann bleibt er uns gerne viele Jahre gewogen, so wie Sie, liebe Frau Kerschbaumer.“

Die Ausgezeichnete ist schon seit Beginn der 90iger Jahre in der Abschiebehaftanstalt Neuss tätig. „Damit haben Sie gleich die Anfänge dieser besonderen Anstalt miterlebt.

Besonders deshalb, weil das Hafthaus Neuss meines Wissens die bundesweit einzige Vollzugseinrichtung ist, in der ausschließlich weibliche Abschiebungsgefangene unter-gebracht sind.

So ist es uns möglich, die Problemlagen der Frauen besonders zu berücksichtigen. Dabei haben Sie uns sehr unterstützt, liebe Frau Kerschbaumer!“

Mainzer hob hervor, dass Kerschbaumer während ihres langjährigen Einsatzes in Neuss verschiedene Handarbeitskurse mit den Frauen absolviert habe. Die Handarbeit bildete dabei oftmals nur den Rahmen für einen Erfahrungsaustausch und tiefere Gespräche.

„In Ihrer Gruppe konnten die inhaftierten Frauen in entspannter Atmosphäre ihre Sorgen äußern, Aggressionen kanalisieren und ihrem Kummer freien Lauf lassen. Dadurch haben Sie das Leben für alle ein gutes Stück erträglicher gemacht“, sagte Mainzer.

Immer wieder engagierte sich Kerschbaumer auch bei der Ausstattung des Hafthauses Neuss mit Sachmitteln. „Die Hochfeste Ostern und Weihnachten richten Sie mit liebevoll gestalteten Gaben für alle Inhaftierten aus.

Sogar die Küche haben Sie mit zusätzlichen Kochgeräten so ausgestattet, dass die Frauen landestypische Gerichte zubereiten können. Nicht umsonst reden die Bediensteten in Neuss anerkennend von ,unserer Frau Kerschbaumer’“.

Auch Bürgermeister Dieter Spindler fand Worte des Lobes für die Meerbuscher Bürgerin: „Margarete Kerschbaumer ist selbstbewusst und engagiert, aber ihre ehrenamtliche Arbeit leistet sie mit Vorliebe im Hintergrund.

Öffentliche Wertschätzung ist nicht ihre Motivation, wohl aber aufopferungsvoller Dienst am Mitmenschen. Auch in der Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist hier in Büderich kann man auf ihr engagiertes Wirken längst nicht mehr verzichten.“