Viele gute Ideen: Ökumenischer Konvent der Christen in Neuss

„Suchet der Stadt Bestes“ (von links): Kreisdechant Assmann, Pfarrer Appelfeller, Ulf-Martin Rook, Walter Pesch und Cornel Hüsch beim ökumenischen Konvent in Neuss.
„Suchet der Stadt Bestes“ (von links): Kreisdechant Assmann, Pfarrer Appelfeller, Ulf-Martin Rook, Walter Pesch und Cornel Hüsch beim ökumenischen Konvent in Neuss.
Noch nie hat es in der Stadt Neuss ein überkonfessionelles Treffen der Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände und Presbyterien gegeben. Doch zum Reformationsjubiläum ist es jetzt möglich geworden. 500 Jahre nach Martin Luthers legendärem Thesenanschlag von Wittenberg fand der „Erste Konvent der Christinnen und Christen in Neuss“ statt – und das sinnigerweise im Martin-Luther-Haus.
 
Kreisdechant Monsignore Guido Assmann und Pfarrer Sebastian Appelfeller, Vorsitzender des Verbands der evangelischen Kirchengemeinden, hatten zu der ökumenischen Begegnung geladen, und viele Gläubige kamen. Unter ihnen waren auch der Neusser Cornel Hüsch, stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken, Walter Pesch, der Vorsitzende des Kreiskatholikenrats, und zahlreiche Presbyter wie Ulf-Martin Rook.
 
Eine Girlande mit einem Zitat aus dem alttestamentarischen Buch Jeremia empfing die Besucher auf den Tischen: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie beim Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl“, so stand darauf zu lesen. Und so berieten die Teilnehmer darüber, wie sich kirchliches Leben zum Wohl der Stadt weiterentwickeln lassen könnte. Nach einem Bibelgespräch ging es in der Gruppenarbeit um die Themen „Familie“, „Arbeit und Beruf“, „Vereine, Parteien und Initiativen“, „Kirchengemeinden“ sowie „Bildung und Erziehung“. Ein Kreis von Teilnehmern wird in den nächsten Wochen versuchen, die  dabei geäußerten Beiträge und Vorschläge zu einer „Neusser Erklärung“ zusammenzufassen.
 
Pfarrer Appelfeller fand „die Selbstverständlichkeit bemerkenswert, mit der wir miteinander unterwegs sind und auf Augenhöhe diskutieren“. Von dem Konvent gehe das Signal aus, „dass uns unser Glauben trägt und dass unsere Blickrichtung eine gemeinsame ist – auch wenn wir manches unterschiedlich sehen“. Kreisdechant Assmann appellierte an die Christen, „zusammenzustehen, über den eigenen Kirchturm hinaus zu blicken und in die Gesellschaft hineinzuwirken“. Dazu gehöre auch das Erheben der Stimme für die Armen, „denn das ist unser gemeinsamer Auftrag aus dem Evangelium“.
 
Mit dem Ende des Konvents ist der Dialog keineswegs zu Ende gegangen. Assmann plant an einem Sonntagnachmittag im Juli eine ökumenische Vesper in der Krypta der Basilika St. Quirin und lädt anschließend zu Brot und Wein in den Pfarrgarten ein.