Viele Martinsfeuer, aber auch Laternenfeste

Viele Martinsfeuer, aber auch Laternenfeste
Die Forderung der Linkspartei, das Martinsfest in Kindergärten abzuschaffen, löste am Dienstag einen Sturm der Entrüstung aus. Katholisch-im-rhein-kreis-neuss.de nahm das zum Anlass, sich einmal bei den Kindergärten im Rhein-Kreis Neuss umzusehen und die Terminkalender auf Feste im November zu durchsuchen:
 
Viele Kindergärten – vor allem in der Stadt Neuss – stehen in Trägerschaft der katholischen Kirche. Für sie ist das Feiern des Martinsfestes obligatorisch. Oft finden nicht nur Martinszüge statt, sondern auch Kindergottesdienste in den Pfarrkirchen.
 
Auch in vielen Kindergärten anderer Träger wird St. Martin gefeiert, so etwa in den Einrichtungen der Neusser Lebenshilfe, in der evangelischen Kita „Tausendfüßler“ in Kaarst oder im Helpensteiner Kindergarten, der von einer Elterninitiative unterhalten wird. Das Familienzentrum des Roten Kreuzes in Neuss-Allerheiligen versucht anscheinend, verschiedene Interessen miteinander zu verbinden. Jedenfalls gibt es dort sowohl ein Martinssingen als auch ein Laternenfest.
 
Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf die kommunalen Kindertagesstätten. Sie sind als städtische Einrichtungen oft mit besonderen Forderungen nach weltanschaulicher Neutralität konfrontiert.
In den Städten Kaarst und Rommerskirchen wird das St.- Martins-Fest flächendeckend gefeiert. „Die Geschichte des Hl. Martin wird altersentsprechend durch Bilderbuchbetrachtung o.ä. den Kindern nahe gebracht“, erklärt die Kaarster Pressesprecherin Sigrid Hecker; es gebe Umzüge und Martinsspiele. „Von alternativen Festen, wie Laternenfest oder Sonne-Mond-und-Sterne-Fest ist hier nichts bekannt.“
Nicht ganz so eindeutig ist die Situation in Neuss. Dort wird in acht städtischen Kitas das Martinsfest gefeiert. In einer Einrichtung allerdings wird ein Laternenfest gefeiert. „Aber auch dort findet ein Martinsumzug mit Martinsliedern und Martinsfackeln statt“, so Stadtsprecher Michael Kloppenburg gegenüber unserer Redaktion. Er verweist darauf, dass die Willensbildung über die Durchführung des Festes unter maßgeblicher Beteiligung der Elternschaft erfolge.
Das deutlichste Bekenntnis zum Martinsfest kommt von Harald Schlimgen, Sprecher der Stadt Dormagen: „Das Martinsbrauchtum ist Teil unserer christlich geprägten Wertebasis und wird weitergeführt. Wir begrüßen, dass die Kindertagesstätten sich daran beteiligen.“ Viele Kitas machen bei den Umzügen in den Stadtteilen mit.
 
Schaut man in diesen Tagen in der Dunkelheit von oben auf den Rhein-Kreis Neuss herab, sieht man also viele Martinsfeuer und Laternen leuchten. Das „Lichtermeer zur Martinsehr“, wie es in einem traditionellen Lied heißt, leuchtet immer noch.