Vollversammlung des Kreiskatholikenrats gut besucht

Cornel Hüsch (links) wurde in Büderich von Pfarrer Michael Berning begrüßt. Foto: TZ
Cornel Hüsch (links) wurde in Büderich von Pfarrer Michael Berning begrüßt. Foto: TZ
Die Katholiken im Kreisdekanat Neuss setzen große Hoffnungen auf den neuen Papst Franziskus. Das zeigte sich bei der Vollversammlung des Kreiskatholikenrats in Büderich. „Was wir in den letzten Tagen an hoffnungsvollen Zeichen erlebt haben, kann einen schon innerlich aufrütteln“, so Cornel Hüsch, der Vorsitzende des Gremiums, das über 170.000 Kirchenmitglieder vertritt.
 
„Bescheiden, den Menschen, insbesondere den Armen zugewandt, fröhlich und von innerer Gelassenheit getragen, steht nun ein Südamerikaner unserer Kirche vor. Ohne Pomp kommt er uns mit offenen Armen entgegen“, sagte Hüsch. Zuvor hatten die Delegierten der Seelsorgebereiche und Verbände mit Dechant Hans-Günther Korr und Büderichs Pfarrer Michael Berning in der Kirche St. Mauritius eine Dankmesse für die Wahl von Papst Franziskus gefeiert. Als Zeichen des Aufbruchs wurden in diesem Rahmen auch die Firmung und Erstkommunion einer jungen Frau gewertet, die katholisch geworden ist.
 
    Cornel Hüsch blickte in seinem Bericht zurück auf den Neujahrsempfang des Katholikenrats, die Verleihung des Hermann-Straaten-Preises für beispielhaftes Engagement in Pfarrgemeinden sowie die größte Diskussionsveranstaltung während des Dialogprozesses im Erzbistum Köln, die im Rheinischen Landestheater in Neuss stattfand. „Die Kirche, und damit wir alle, müssen viel stärker auf die Menschen zugehen, die nach Antworten suchen, aber nicht jeden Sonntag in die Kirche kommen“, bilanzierte der Sprecher der Laien. Hüsch kritisierte die geringe Teilnahme von hauptamtlichen Kräften an der Zukunftswerkstatt, kam aber zu einem positiven Schluss: „Die Kirche lebt nicht von den Hauptamtlichen, sondern von unserem Glauben und durch unseren Glauben. Die Mut- und Kraftlosigkeit einzelner, seien sie auch in Funktion und hierfür bezahlt, kann uns und darf uns dabei nicht entkräften.“
 
   Die Sinus-Milieu-Studie habe jedoch deutlich gemacht, dass in großen Gruppen der Gesellschaft das Interesse an Kirche und das Vertrauen in Kirche fehle und die Basis immer schmaler werde. „Das darf uns nicht ruhen lassen. Ich meine, dass wir unsere Arbeit darauf ausrichten müssen, wieder missionarisch zu den Menschen zu gehen, wo sie in ihrem Lebensalltag unsere Hilfe und den Zuspruch Gottes benötigen“, betonte Hüsch. Dabei helfe es nicht, wenn wehleidig über Kritik an der Kirche gesprochen werde. Hüsch: „Von Pogromstimmung in Europa gegen die Kirche zu sprechen oder von einer Katholikenphobie, erscheint mir jedenfalls sehr überspannt zu sein.“
 
    Hüsch forderte vielmehr Einsicht und Neubeginn: „Wir können nicht die Nächstenliebe predigten, wenn wir über Jahrzehnte eher den Missbrauch vertuscht als den Täter aufgedeckt haben. Wir können nicht über die christliche Soziallehre predigen, ohne als Arbeitgeber alles Mögliche zu unternehmen, um anders zu sein als die weltlichen Arbeitgeber. Wir können nicht von Freiheit der Christen-Menschen und Eigenverantwortung predigen, dann aber die Menschen, die aus gut verstandener und wohl überlegter Verantwortung ihr Leben gestalten, aus der Gemeinschaft weisen.“
 
    Eine positive Bilanz zog der Katholikenrat im Beisein des Neusser Kreisdechanten Monsignore Guido Assmann über seinen Internet-Auftritt. Die Besucherzahlen sind auch 2012 stark gestiegen. Täglich kommen durchschnittlich rund 500 Nutzer auf die Homepage, monatlich sind es etwa 15.000. Alle drei Wochen wird zudem ein E-Mail-Newsletter an derzeit rund 1000 Empfänger verschickt. Die Präsenz im sozialen Netzwerk „Facebook“ wird außerdem ausgebaut. Auch dort steigt die Zahl der Nutzer. Mehr und mehr wird Facebook als eigenständiges Medium genutzt, das die Beiträge der Internetseite ergänzt und fortführt. Jüngstes Beispiel ist eine 14-tägige Fotokampagne zum Thema „So lebensnah ist die Kirche!“.
 
Wie sich die Kirche beim Eucharistischen Kongress präsentieren wird, der im Juni stattfindet, erläuterte schließlich der aus Neuss stammende Stadtdechant von Köln, Monsignore Robert Kleine, der auch als Sekretär der Großveranstaltung wirkt.