ZdK: Aus der Spannung zwischen katholischer Lehre und der Lebenswelt der Katholiken konstruktiv schöpfen

ZdK: Aus der Spannung zwischen katholischer Lehre und der Lebenswelt der Katholiken konstruktiv schöpfen
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken erwartet von der Bischofssynode zum Thema Familie, dass die Bischöfe nach Wegen suchen, wie das Modell der christlichen Ehe und Familie den Gläubigen Orientierung und Hilfe für verbindliche Partnerschaften und Generationenbeziehungen bieten kann und nicht zum überfordernden und unerreichbaren Ideal wird.
Das sakramentale Eheverständnis könne zu einer Überforderung werden, wenn seitens der Kirche zuerst das gesehen werde, was in der Beziehung des Paars zum Ideal fehle, und nicht das, was es bezogen auf das Ideal einzubringen habe, heißt es in einer im März veröffentlichten ausführlichen Stellungnahme, die das ZdK bei der Deutschen Bischofskonferenz eingereicht hat.
 
Ganz ausdrücklich bekennt sich das ZdK zur Ehe als Modell für eine lebenslange Bindung und gelingendes Leben mit Gottes Hilfe. Es möchte Paare zum Eheversprechen und zur Gründung einer Familie ermutigen. Zugleich setzt es sich dafür ein, nichtehelichen Formen verbindlich gelebter Partnerschaft und Generationenverantwortung auch in der Kirche mit Wertschätzung zu begegnen. Auch andere Lebens- und Familienformen wie nicht- und voreheliche Partnerschaften, zivile Zweitehen nach einer Scheidung, Ein-Eltern-Familien und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften seien in vielem erkennbar am christlichen Familienmodell orientiert und sollten darin anerkannt und in der Seelsorge der Kirche begleitet werden.
 
"Vordringlich erscheint uns eine pastorale Haltung des Zuhörens statt des Belehrens, eine Haltung, die die Spannung zwischen katholischer Lehre und der Lebenswelt der Katholiken nicht nur aushält, sondern konstruktiv aus ihr schöpfen kann", heißt es in der ZdK-Stellungnahme wörtlich. Die heute in der Gesellschaft vorzufindende Pluralität dürfe nicht als Bedrohung gesehen werden. Der christliche Glaube müsse sich vielmehr „in die Gegenwartskultur einschreiben, so wie Jesus Christus selbst sich auf diese Welt und ihre Geschichte eingelassen hat“.
 
Das ZdK bekräftigt seine Unterstützung für den Kurs der deutschen Bischöfe in der Frage nach der Zulassung von zivil wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen zu den Sakramenten. Ausdrücklich würdigt es die dazu von den deutschen Bischöfe vor einigen Wochen veröffentlichte Stellungnahme, die im Bemühen, diese Gläubigen trotz der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe nicht auszugrenzen, theologisch fundierte und pastoral angemessene Lösungswege aufzeige.
 
Den Wortlaut der aktuellen Stellungnahme des ZdK finden Sie hier.