Zum 30-jährigen Bestehen: Klasseleistung des Kammerchores an der Basilika Knechtsteden

Kantor Bert Schmitz und sein Kammerchor brillierten in der Knechtstedener Klosterbasilika.
Kantor Bert Schmitz und sein Kammerchor brillierten in der Knechtstedener Klosterbasilika.
Warum Johann Sebastian Bach vielen Musikfreunden und -experten als der wichtigste Komponist aller Zeiten gilt? Ganz einfach: Weil Bach den Mut und die Genialität besaß, aus der Reihe bzw. der Mode seiner Zeit zu tanzen und für seine einzelnen Werke eine spezifische, dem Thema angepasste Form zu finden, die ohne Abstriche überzeugt.
 
„Jesu, meine Freude“ für fünfstimmigen gemischten Chor ist ein Beispiel dafür. Was zwischen dem Anfangschoral und dem Schlusschoral an Formenvielfalt und an Bezügen vorzufinden ist, die sich eng an den Text anlehnen; eine selbst für Profis schwierig zu singende Fuge, durch Koloraturen verziert, das hat kaum zu überbietende Klasse.
 
Die von Kantor Bert Schmitz mit Energie und Freude geleiteten Stimmen des Kammerchores an der Basilika Knechtsteden wurden den hohen Ansprüchen, die dieses Werk an Chöre stellt, in allen Belangen mehr als gerecht. In der Tat, die Sängerinnen und Sänger boten hier eine Klasseleistung. Sie verbanden Lust am Singen mit schönem Klang und einem hohen Maß an Präzision.
 
Schmitz wechselte dann vom Dirigentenpult auf den Hocker am Cembalo. Das Cembalo-Konzert in D-Dur, ebenfalls von Johann Sebastian Bach, das in einer Urfassung in E-Dur für Violine komponierte Werk, meisterte der Solist bravourös. Ihm gelang eine glänzende Interpretation des Werkes, brillierte bei den schnell zu spielenden Passagen des Allegro. Er setzte vor allem Akzente in den quicken Passagen des finalen Satzes und beim einfühlsamen, schön colorierten Adagio.
 
Die selten aufgeführte, aber durchaus cantabile, dennoch anspruchsvolle Komposition des Italieners Giovanni Battista Sammartini beschloss die Aufführung in der Basilika, wie damals vor 30 Jahren beim ersten Konzert des Kammerchores. Auch hier wieder eine sehr fundierte Leistung des 20-köpfigen Meisterchores, speziell das Spirituoso und das Risoluto der Gersamtkomposition mit dem Titel „Magnificat“ gefielen.
 
Hervorragend begleitet wurden Sänger und Solist vom Kölner Barockorchester „Consortium Musica sacra“, das auf historischen Instrumenten spielte. Zu Recht gab es in der Basilika viel Applaus für diesen rundherum auf einem musikalisch hohen Niveau bleibenden Nachmittag.