Zuwendung des Herzens

Zuwendung des Herzens
Mit Gottesdienst und Festakt sowie einem Tag der offenen Tür beging das Johanna-Etienne-Krankenhaus kürzlich sein 40-jähriges Bestehen. Redner und Gäste waren sich einig: In der Klinik wird christliche Nächstenliebe gelebt.

Ein Patient, dem der Blinddarm entfernt wurde, lag 1968 im Durchschnitt knapp drei Wochen in der Klinik. Heute beträgt die Verweildauer vier Tage. Deutlicher lässt sich die rasante medizinische Entwicklung kaum auf den Punkt bringen.

Geschäftsführer Markus Richter beleuchtete diese Entwicklung am Sonntag bei der 40-Jahr-Feier des Johanna-Etienne-Krankenhauses im Neusser Norden. Eines ist bei allem Fortschritt allerdings gleich geblieben, da waren sich Redner und Gäste einig: Es ist die christliche Nächstenliebe, die das Haus der St.-Augustinus-Kliniken gGmbH heute genauso prägt wie damals.

„Von der Nächstenliebe Christi lebt jede Gemeinschaft und erst recht jede Krankenhausgemeinschaft“, hatte Weihbischof Dr. Klaus Dick in einem Pontifikalamt vor dem Festakt deutlich gemacht.

Sein Appell an Mediziner, Pflegepersonal und Angehörige von Patienten war unmissverständlich: „Übt mit Gottes Liebe Nächstenliebe!“ Die heilige Messe gestaltete Pfarrer Dr. Hansjosef Weiers, der Krankenhausseelsorger, ebenso mit wie der „Junge Konzertchor Düsseldorf“ unter der Leitung von Kantor Guido Harzen.

Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St.-Augustinus-Kliniken, begrüßte zahlreiche Vertreter von Stadt und Kreis, von Nachbarkommunen und Nachbarkrankenhäusern mit einem Zitat von Papst Benedikt XVI.: „Es geht ja um Menschen, und Menschen brauchen immer mehr als eine bloß technisch richtige Behandlung. Sie brauchen Menschlichkeit. Sie brauchen die Zuwendung des Herzens“, hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche geschrieben. Und genau diesen Leitsatz, so Neuhäuser, versuche man Tag für Tag „im Etienne“, wie’s im Volksmund heißt, zu beherzigen.

Aufsichtsratschef Wilhelm Straaten skizzierte den Werdegang vom Hospital, in dem die Augustinerinnen für alles hafteten, über die Gründung der Stiftung „Cor unum“ und der darunter angesiedelten GmbHs bis zur Bildung der St.-Augustinus-Kliniken mit den Alexianern.

Trotz struktureller Umbrüche sei eines aber klar, so Straaten: „Der Erfolg des Krankenhauses ist ungebrochen.“ Und dies liege weniger am äußeren Rahmen als vielmehr an den Menschen, die das Innere dieses Rahmens mit Leben erfüllten.

Markus Richter nannte einige von ihnen mit Namen, und zwar in erster Linie die seit 40 Jahren im Haus tätigen Ordensschwestern Bernadette, Betha, Blanka und Liboria. Applaus und Blumen gab’s auch für Oberin Schwester Josefa, die 1968 in der Krankenpflege tätig war, danach Führungsaufgaben in anderen Einrichtungen übernahm und Ende der 1990er Jahre zurückkehrte, sowie Schwester Edith, die lange im Lukaskrankenhaus arbeitete.

Sie alle stehen in der Tradition von Ordensgründerin Johanna Etienne, deren Leben Generaloberin Schwester Praxedis betrachtete. Gemeinsames Credo der Frauen: „Gottes Güte und Menschenfreundlichkeit durch ein Christentum der Tat sichtbar und erfahrbar machen.“

Bei einem Tag der offenen Tür konnten große und kleine Besucher Einblick benehmen in „40 Jahre moderne Medizin“. Die Palette reichte von der Notfall-Reanimation einer Puppe bis zur endoskopischen Operation einer Paprika.