Diözesanrat Köln

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln

Auf Initiative von mehreren Katholikenausschüssen in den größeren Städten des Erzbistums Köln bildete sich 1946 das Diözesankomitee, aus dem dann 1968 der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln hervorging. Am 06.05.2007 feierte der Diözesanrat sein 60-jähriges Bestehen.

Der Diözesanrat
berät den Erzbischof und die Diözesanverwaltung. fördert die Arbeit der Dekanatsräte (zur Zeit 38) und Pfarrgemeinderäte im Erzbistum Köln (zur Zeit 689) und der gewählten Gremien in den Seelsorgebereichen und Pfarrverbänden und bietet in Konflikten seine Vermittlung an. berät die katholischen Verbände, Organisationen und Gruppen und stimmt die Arbeit aufeinander ab. beobachtet die Entwicklungen im staatlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Leben und vertritt die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit. ergreift Initiativen, bereitet gemeinsame Veranstaltungen vor und führt sie durch.

Der Diözesanrat ist demokratisch strukturiert. Seine Mitglieder sind gewählt und delegiert, setzen sich zusammen aus:

  • Vertretern der katholischen Organisationen und Verbände,
  • Delegierten der Dekanatsräte,
  • Vertretern der Kleriker
Die Satzung des Diözesanrates können sie hier herunterladen

Vorstand des Diözesanrates Köln

Aufgabe des Vorstandes ist es....
  • Aufgaben des Diözesanrates als Vertretung der Katholiken im Erzbistum Köln zwischen den Vollversammlungen abzustimmen und wahrzunehmen.
  • Beschlüsse der Vollversammlung zur Umsetzung zu bringen.
  • Mitglieder der Themenbereiche zu berufen.
  • einen Geschäftsführer, eine Geschäftsführerin zur Unterstützung seiner Arbeit zu bestellen.
  • Richtlinien zur Geschäftsführung aufzustellen, nach denen der/die Geschäftsführer/in die Geschäfte des Diözesanrates führen kann.
  • zur Beratung aktueller Fragen Kommissionen einzuberufen.
  • mindestens vierteljährlich zu einer Sitzung zusammenzukommen oder wenn wenigstens drei Mitglieder oder der Beauftragte des Erzbischofs dies wünscht. 

Mitglieder des Vorstands

Hoffnung schenken

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln hat den Anton-Roesen-Preis für vorbildliches ehrenamtliches Engagement dem Ausschuss "Hilfe für Frauen in der Abschiebehaft in Neuss" verliehen. Margret Kerschbaumer aus Meerbusch, die Leiterin der Initiative, nahm ihn entgegen.
Margrel Kerschbaumer bringt ihre Motivation fürs Ehrenamt klar und deutlich auf den Punkt. "Mut geben, das Leben anzunehmen, Hoffnung schenken, dass das Leben einen Sinn hat, und das es weiter geht, Freude und Zuversicht vermitteln, das möchte ich", sagt die Meerbuscherin, die sich "als unheilbare Optimistin" bezeichnet. Sie sieht dem Sachausschuss "Hilfe für Frauen in der Abschiebehaft in Neuss" vor, den der Katholikenrat für Neuss. Kaarst, Büderich und Glehn unterhält. In Köln bekam die Gruppe jetzt den Anton-Roesen-Preis verliehen. Bei der mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Auszeichnung handelt es sich um eine Stiftung von Erzbischof Kardinal Joachim Meisner, die der Diözesanrat der Katholiken unter dem Vorsitz von Thomas Nickel aus Holzheim für beispielhaftes gesellschaftspolitisches Engagement kirchlicher Vereinigungen auslobt.

Im Gefängnis an der Grünstraße können bis zu achtzig Frauen inhaftiert werden, wenn sie in Nordrhein-Westfalen ohne gültige Papiere aufgegriffen werden. "Die meisten sind illegal eingereist oder mit einem Touristenvisum oder mit Schleppern hergekommen, die ihnen hier einen ordentlichen Job versprechen. Kaum über die Grenze gekommen, werden die Ausweispapiere abgenommen, und dann erfolgt die Zuteilung ins Rotlichtmilieu" , weiß Margret Kerschbaumer. Zwischen acht- bis neuntausend Frauen hat sie seit 1994 kommen und gehen gesehen. Eine Monotonie der Trauer und des Unglücks, der sie als Christin nicht tatenlos zusehen wollte. 1998 beschloss der damalige Stadtdekanatsrat, aus ihrem Arbeitskreis einen Sachausschuss zu machen. 28 katholische Frauengemeinschaften wurden zur Mitarbeit gewonnen. Zu Ostern und Weihnachten engagiert sich auch die Pfarrgemeinde St. Quirin. Wöchentlich werden Handarbeits- und Bastelstunden organisiert, in denen sich die Gefangnisinsassen ablenken und entspannen können. Zwischenzeitlich konnten die Anstaltsküche, zwei Aufenthaltsräume und der Hof ansprechend gestaltet werden . "Die Arbeit im Hafthaus". so sagt Margret Kerschbaumer, "ist eine anstrengende Arbeit. Sie erfordert viel Güte und Nervenkraft. Es ist jedoch eine Arbeit, die sich tief in die Seele eingräbt und uns in Demut und Dankbarkeit vor Gott treten lässt angesichts des Wohlstands, den so viele Menschen schon zu vermissen meinen." Das Preisgeld wird für Reparaturen sowie für den Kauf eines Elektroherds und einer Nähmaschine genutzt.

Der zweite Anton-Roesen-Preis ging an die Norschlafstelle für Drogenabhängige, das "Notel", das der in Knechtsteden beheimatete Orden der Spiritaner mit Hilfe von vielen Gläubigen in Köln betreibt. Den dritten Preis erhielt der Pfarrgemeinderat St. Gereon in Monhein für das Theaterprojekt "Mut zur Zivilcourage - gestern Franz Boehm - und heute?" mit weiterführenden Schulen und der evangelischen Kirche. Anlass war der 60. Jahrestag der Bombardierung der Stadt und der 60. Todestag von PfarrerBoehm im Konzentrationslager Dachau. Den "Senfkornpreis" für erst in der Entwicklung begriffene Initiativen ging an Katholikenausschuss und Katholisches Jugendamt in Köln für das Projekt "Pate/Patin". Dabei entsteht ein Netzwerk von Bürgern, die benachteiligte Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben begleiten. Das Konzept stammt von Juna Stüsgen aus Neuss, früher stellertretende Vorsitzende des Stadtdekanatsrats.

Info Anton-Roesen-Preis
Der Anlon-Roesen-Preis erinnert an den Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des Diözesanrats (1946 bis 1961). Die Auszeichnung soll die bereits Engagierten ermutigen und die Zurückhaltenden anspornen und einladen, sich kirchlich-sozial zu engagieren.