Cyriakus-Haus in Neuenhausen öffnete seine Pforten

Freude übers gelungene Werk (v. l.): Herbert Grippekoven. Peter Füssenich, Pfarrer Houben und Toni Schoop. Foto: TZ
Freude übers gelungene Werk (v. l.): Herbert Grippekoven. Peter Füssenich, Pfarrer Houben und Toni Schoop. Foto: TZ
Das neues Cyriakus-Haus neben der Neuenhausener Kirche ist eröffnet. Pfarrer Jos Houben segnete es vor großem Publikum. Jetzt ist die Teilnahme am „Tag der Architektur“ geplant.

Der Kindergarten musste aufgegeben werden, das ehemalige Cyriakus.Haus wurde ebenfalls abgerissen, das Grundstück verkauft. Das Pfarrhaus war für eine Vermietung nicht geeignet und musste außerdem veräußert werden. Blieb nur noch das alte Jugendheim, aber auch das steht inzwischen nicht mehr. Die Katholiken aus Neuenhausen in der Grevenbroicher Pfarreiengemeinschaft „Vollrather Höhe“ mussten sich also von vielem trennen. Und trotzdem ist die Stimmung gut: Neben der Kirche St. Cyriakus entstand nämlich ein modernes Gebäude, das die Funktionen der bislang vier Immobilien unter einem Dach vereint. Salvatorianer-Pater Jos Houben, der leitende Pfarrer des Seelsorgebe-reichs, segnete den in Erinnerung an einen der Vorgängerbauten „Cyriakus-Haus“ genannten Komplex nach einem festlichen Got-tesdienst. Grevenbroichs Bürgermeisterin Ursula Kwasny (CDU) war ebenso gern dazu gekommen wie Peter Füssenich, Baureferent im Erzbischöflichen Generalvikariat in Köln.
 
„Es war ein sehr langer Weg, aber wir haben eine gute Lösung gefunden, mit der alle zu-frieden sein können“, sagte Houben und ergänzte: „Das Haus hat erst Sinn und Zweck erfüllt, wenn es mit Leben gefüllt wird, aber ich hoffe, das wird uns und Euch gut gelingen.“
 
Architekt Norbert Freudenberg hat den 390 Quadratmeter großen Komplex entworfen. „Zwischen Dach und Mauerwerk wurde rundum eine Verglasung eingebaut, sodass es aussieht, als würde das Dach schweben“, so der Planer. Weitere Besonderheiten fehlen nicht: Die freitragende Stahl-Konstruktion im Saal blieb sichtbar. Teile aus der Stützmauer des ehemaligen Jugendheims wurden ebenso verarbeitet und sollen an die Vergangenheit erinnern. Im Erdgeschoss entstanden Saal, Büro und Sakristei, im Keller zwei Gruppenräume mit eigenem Zugang. Maßgeblich begleitet wurde das Projekt von Toni Schoop, dem Geschäftsführer des Kirchenvorstands, und Herbert Grippekoven, dem „obersten Bauleiter" der Neuenhausener Gemeinde 

Schoop oblag es vor der Segnung des Gebäudes, den Bogen zu schlagen zwischen Damals und Heute. Anlass der Feier sei schließlich das Projekt „Zukunft heute“ gewesen, und dies habe „sparen, streichen, Flächen abbauen“ bedeutet. Für die Neuenhausener sei dies „ein harter Schlag“ gewesen, gestand Schoop, kam aber zu einem versöhnlichen Schluss: „Hier und jetzt greift ,Zukunft heute’ für uns positiv. Wir vom Kirchenvorstand haben mit dem Erzbistum Gespräche geführt. Wir haben gemeinsam überlegt, ob nicht neben der Kirche ein neues Haus mit einer verminderten Fläche, die aber den Pfarraktivitäten Genüge tut, modern und zweckmäßig gebaut werden könnte. Und so entstand nach langer Plan- und Bauzeit die-ses wunderschöne Haus, in dem wir jetzt stehen.“ Das neue Cyriakus-Haus, so der Redner, solle „eine Stätte der lebendigen Begegnung sein und dies für viele Generationen bleiben“. 

Wer Interesse hat, kann das Haus am Sonntag, 3. Juli, zwischen 13 bis 17 Uhr in Augenschein nehmen. Es öffnet dann im Rahmen eines landesweiten Tages der Architektur. „So viele neue Gemeindezentren werden schließlich nicht mehr gebaut“, sagt Freudenberg und freut sich über das gelungene Werk.